Am Mittwochmorgen wurden mehrere Düsseldorfer Stadtteile von einem plötzlichen Stromausfall überrascht. Zwischen 8:30 Uhr und 11:15 Uhr saßen rund 15.000 Haushalte und Geschäfte im Dunkeln. Betroffen waren vor allem die Stadtteile Bilk, Unterbilk, Friedrichstadt und Teile der Altstadt.
Die Stadtwerke Düsseldorf reagierten umgehend auf den Notfall. «Unsere Technikerinnen und Techniker haben sofort mit der Fehlersuche begonnen und arbeiten mit Hochdruck an der Wiederherstellung der Stromversorgung», erklärte Stadtwerke-Sprecher Michael Becker.
Der Ausfall hatte erhebliche Auswirkungen auf den Alltag der Düsseldorfer. Ampeln fielen aus, Straßenbahnen standen still, und zahlreiche Geschäfte mussten vorübergehend schließen. Im Universitätsklinikum sprangen sofort die Notstromaggregate an, sodass die Patientenversorgung zu keinem Zeitpunkt gefährdet war.
Als Ursache identifizierten die Stadtwerke einen Defekt in einer Mittelspannungsleitung im Bereich der Corneliusstraße. «Bei Bauarbeiten wurde versehentlich ein Kabel beschädigt, das mehrere Umspannwerke versorgt», so Becker. Die Stadtwerke schalteten umgehend auf alternative Versorgungswege um.
Für viele Anwohner war der Stromausfall mehr als nur ein kleines Ärgernis. «Ich hatte gerade wichtige Videokonferenzen geplant und konnte nicht einmal meinen Kaffee kochen», berichtete Lisa Müller (42) aus Bilk. «In unserem digitalen Zeitalter fühlt man sich bei einem Stromausfall wirklich hilflos.»
Besonders betroffen waren auch kleine Geschäfte wie das Café Sonnenschein in Unterbilk. Inhaberin Claudia Weber (56) schätzt den Verlust auf mehrere hundert Euro: «Die Morgenkundschaft ist komplett weggeblieben, und wir mussten alle Milchprodukte entsorgen, weil die Kühlung ausgefallen war.»
Die Polizei Düsseldorf verstärkte während des Ausfalls ihre Präsenz in den betroffenen Gebieten. «Bei Stromausfällen schalten Alarmanlagen und Überwachungskameras ab, was für Einbrecher attraktiv sein kann», erklärte Polizeisprecherin Julia Klein. Glücklicherweise wurden keine Zwischenfälle gemeldet.
Gegen 11:15 Uhr konnten die Stadtwerke die Versorgung für die meisten Haushalte wiederherstellen. In einzelnen Straßenzügen der Friedrichstadt dauerte es bis 12:30 Uhr, bis der Strom wieder floss. Durch die schrittweise Zuschaltung verschiedener Netzbereiche konnten die Techniker größere Überlastungen beim Wiederanlaufen vermeiden.
Die Stadtwerke raten Bürgern, bei künftigen Stromausfällen einige grundlegende Vorsichtsmaßnahmen zu beachten: Elektrogeräte vom Netz nehmen, um Schäden beim Wiedereinschalten zu vermeiden, eine Taschenlampe bereithalten und im Winter alternative Wärmequellen vorbereiten.
Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) liegt die durchschnittliche Stromausfallzeit in Deutschland bei nur 12 Minuten pro Jahr – deutlich weniger als in vielen anderen europäischen Ländern. Der aktuelle Ausfall in Düsseldorf mit über zwei Stunden Dauer gilt daher als ungewöhnlich lang.
Die Stadtwerke Düsseldorf versichern, dass sie nach vollständiger Reparatur des beschädigten Kabels eine umfassende Analyse durchführen werden, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu vermeiden. Geschäftsinhaber, die durch den Stromausfall größere wirtschaftliche Schäden erlitten haben, können sich mit ihrer Versicherung in Verbindung setzen, die unter bestimmten Umständen für Betriebsausfälle aufkommen kann.
Dieser Vorfall erinnert einmal mehr daran, wie abhängig unsere moderne Gesellschaft von einer stabilen Stromversorgung ist. Experten empfehlen Bürgern, für Notfälle vorzusorgen: mit Batterien, Powerbanks für Mobilgeräte und einem kleinen Vorrat an haltbaren Lebensmitteln und Wasser.