Die Kraft der Natur spürt man heute besonders deutlich. Sturmtief «Elli» fegt mit voller Wucht über Berlin und Norddeutschland hinweg. Mein morgendlicher Blick aus dem Fenster zeigte wild tanzende Bäume und fliegende Mülltonnen. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Orkanböen mit Geschwindigkeiten bis zu 120 km/h.
Die Bahn hat den Fernverkehr in weiten Teilen Norddeutschlands komplett eingestellt. Betroffen sind Strecken zwischen Berlin und Hamburg, Bremen, Hannover sowie Richtung Ostseeküste. «Die Sicherheit unserer Fahrgäste hat absolute Priorität», erklärt Bahnsprecherin Sabine Weber. Auch im Regionalverkehr kommt es zu erheblichen Ausfällen. Als ich heute Morgen am Berliner Hauptbahnhof vorbeifuhr, sah ich gestrandete Reisende mit Koffern. Einige schauten ratlos auf ihre Handys, andere bildeten Schlangen vor dem Informationsschalter.
In Berlin selbst haben Parks und Grünanlagen geschlossen. Die Feuerwehr ist im Dauereinsatz. Umgestürzte Bäume blockieren Straßen und Gleise. Auf meinem Weg zur Redaktion musste ich bereits zweimal umkehren. «So einen heftigen Sturm hatten wir lange nicht mehr», erzählte mir ein älterer Herr an der Bushaltestelle, während wir uns beide am Geländer festhielten.
Die Meteorologen rechnen noch bis zum Abend mit starken Winden. Erst dann soll sich die Lage entspannen. Während ich diese Zeilen schreibe, höre ich draußen das Heulen des Windes. Es erinnert uns daran, wie machtvoll die Natur trotz all unserer modernen Technologie noch immer ist. Manchmal muss man eben innehalten und dem Sturm seinen Raum geben.