Der Winter hat den Norden fest im Griff. In weiten Teilen Norddeutschlands erleben wir seit gestern ein wahres Winterchaos. Sturmtief «Elli» brachte nicht nur eisige Temperaturen, sondern auch reichlich Schnee und gefährliches Glatteis. Meine Fahrt zur Redaktion heute Morgen glich einer kleinen Expedition durch eine weiße Landschaft.
Besonders Hamburg und Schleswig-Holstein traf es hart. Zahlreiche Unfälle auf den Straßen, ausgefallene Züge und vereiste Gehwege prägen das Bild. «Wir raten dringend, unnötige Fahrten zu vermeiden», warnt Polizeisprecher Michael Bergmann. Der Deutsche Wetterdienst meldete Schneehöhen von bis zu 20 Zentimetern in einigen Regionen. Besonders tückisch: Unter der Schneedecke lauert vielerorts spiegelglattes Eis. Gestern Abend beobachtete ich, wie selbst erfahrene Autofahrer in unserer Straße ins Schleudern gerieten. Eine Nachbarin rutschte vor meinen Augen auf dem vereisten Bürgersteig aus und verstauchte sich den Knöchel.
Der öffentliche Nahverkehr kämpft ebenfalls mit den Folgen. Viele Buslinien stellten ihren Betrieb zeitweise ein, Bahnen fahren mit erheblichen Verspätungen. Die Räumdienste arbeiten seit Stunden im Dauereinsatz. Diese winterliche Extremsituation erinnert an vergangene Jahre, als der Norden ähnlich überrascht wurde. Die kommenden Tage bleiben kalt – und unser Verhältnis zur weißen Pracht bleibt zwiespältig: wunderschön anzusehen, doch im Alltag eine echte Herausforderung.