Der Wind peitscht durch die Straßen, während Sturmtief «Elli» über Deutschland hinwegfegt. Doch wie gefährlich ist die Lage wirklich? Darüber sind sich die Wetterfachleute erstaunlich uneinig. Während manche vor lebensbedrohlichen Situationen warnen, plädieren andere für mehr Gelassenheit.
Die Diskussion unter Meteorologen hat eine ungewöhnliche Intensität angenommen. «Die Menschen fallen nicht tot um, wenn sie vor die Tür treten», betont Jörg Kachelmann deutlich. Der bekannte Wetterfachmann kritisiert die dramatische Kommunikation einiger Kollegen. Dabei steht vor allem die Frage im Raum, ob die Bevölkerung angemessen informiert oder unnötig verängstigt wird. Besonders die sozialen Medien verstärken oft die Dramatik solcher Wetterlagen. Was früher einfach als «stürmisch» bezeichnet wurde, trägt heute apokalyptische Züge in mancher Darstellung. Vergangene Woche erlebte ich selbst, wie Passanten nervös zum Himmel blickten, obwohl der Wind kaum stärker als gewöhnlich wehte.
Der Deutsche Wetterdienst bleibt bei seinen amtlichen Warnungen sachlich. Die Behörde unterscheidet klar zwischen normalen Sturmsituationen und außergewöhnlichen Gefahrenlagen. Diese Balance scheint zunehmend wichtiger. Denn übertriebene Warnungen können langfristig dazu führen, dass Menschen echte Gefahrensituationen nicht mehr ernst nehmen.
Bei allem Streit sind sich die Experten in einem Punkt einig: Vorsicht ist angebracht, Panik nicht. Vielleicht liegt genau hier die Kunst guter Wetterberichterstattung – im schmalen Grat zwischen notwendiger Warnung und unnötiger Angst.