Am frühen Freitagmorgen verwandelte Sturmtief «Elli» Hamburg in eine Winterlandschaft. Die Stadtreinigung Hamburg rückte mit über 840 Mitarbeitern und 350 Fahrzeugen aus, um Straßen und Gehwege vom Schnee zu befreien. Bis zum Mittag fielen etwa fünf Zentimeter Neuschnee – für Hamburger Verhältnisse eine beachtliche Menge.
«Wir sind seit 3:30 Uhr im Einsatz», erklärt Cornelia Lund, Sprecherin der Stadtreinigung Hamburg. «Unsere Priorität liegt auf den Hauptverkehrsstraßen und wichtigen Verbindungswegen.» Besonders die glatten Gehwege bereiten vielen Hamburgern Probleme. Auf dem Weg zur Arbeit oder zur Schule mussten viele vorsichtig gehen, um nicht auszurutschen.
In den frühen Morgenstunden kam der Verkehr teilweise zum Erliegen. Auf der A7 und der A1 bildeten sich lange Staus, als Lastwagen auf den rutschigen Fahrbahnen ins Schleudern gerieten. Die Polizei verzeichnete bis zum Mittag über 40 witterungsbedingte Unfälle, glücklicherweise meist mit Blechschäden.
Für Anwohner gilt die Pflicht, Gehwege vor ihren Grundstücken zu räumen und bei Glätte zu streuen. «Eigentümer müssen werktags zwischen 7 und 20 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen zwischen 9 und 20 Uhr für sichere Wege sorgen», erinnert die Stadtreinigung. Bei Mietwohnungen ist meist der Vermieter zuständig, der diese Aufgabe oft an Hausmeisterdienste überträgt.
«Winterdienst ist Teamarbeit«, betont Stadtreinigungssprecher Kay Göetze. «Wir kümmern uns um öffentliche Straßen und Plätze, aber Gehwege vor Privatgrundstücken müssen von den Anliegern geräumt werden.»
Der Deutsche Wetterdienst warnt vor anhaltender Glätte in den kommenden Tagen. Nachts fallen die Temperaturen unter den Gefrierpunkt, tagsüber sorgt schwacher Sonnenschein kaum für Entlastung. «Auf teilweise geräumten Straßen kann sich Blitzeis bilden», warnt Meteorologin Franka Nawrath.
In Parks und auf Spielplätzen freuen sich dagegen Kinder über den seltenen Schnee. «Endlich können wir im Stadtpark rodeln und Schneemänner bauen», erzählt die achtjährige Emma, die mit ihren Eltern den verschneiten Sonntag genießt.
Während die Stadtreinigung weiterhin im Dauereinsatz ist, raten Experten: Wer nicht unbedingt mit dem Auto fahren muss, sollte es stehen lassen. Für den öffentlichen Nahverkehr gilt: Busse und Bahnen fahren, aber mit Verspätungen ist zu rechnen.
«Wir arbeiten rund um die Uhr, aber bei diesen Wetterbedingungen brauchen wir auch die Mithilfe der Bürger», so Lund. Besonders ältere Menschen und Personen mit eingeschränkter Mobilität sollten unnötige Wege vermeiden.
Die Stadtreinigung bittet Autofahrer, Räumfahrzeugen Platz zu machen und nicht in zweiter Reihe zu parken. Nur so können alle Straßen zügig geräumt werden. Mit anhaltend winterlichem Wetter rechnet der Winterdienst noch mindestens bis Mitte der kommenden Woche.