Nachts um halb drei am Wiesbadener Busbahnhof: Ein 15-Jähriger steigt in einen Linienbus und fährt einfach los. Ziel unbekannt, Plan offenbar auch nicht. Was wie ein Teenagertraum klingt, endete 130 Kilometer später in Karlsruhe – mit Polizeieinsatz und vielen offenen Fragen.
Der Junge hatte den Bus am frühen Morgen entdeckt. Die Schlüssel steckten, der Motor sprang an. «Der Jugendliche war offenbar ohne konkretes Ziel unterwegs», erklärte ein Polizeisprecher gegenüber lokalen Medien. Erst steuerte er durch Wiesbaden, dann ging die Fahrt auf die Autobahn. Vorbei an Darmstadt, Frankfurt, Mannheim. Ich frage mich: Was geht einem in so einem Moment durch den Kopf? Die Freiheit der Straße oder pure Panik?
In Karlsruhe war Schluss. Der Teenager stellte den Bus ab und verschwand zunächst. Die Polizei fand ihn später. Verletzt wurde niemand, der Bus blieb unbeschädigt. Letzte Woche traf ich eine Busfahrerin aus Mainz. Sie erzählte, wie oft Fahrzeuge ungesichert stehen. «Niemand denkt, dass so etwas passiert», sagte sie kopfschüttelnd.
Solche Vorfälle zeigen: Jugendliche suchen manchmal Grenzen auf spektakuläre Weise. Die Tat wirft Fragen nach Sicherheit und Aufsicht auf. Aber auch danach, was Teenager heute bewegt. Der nächtliche Ausflug bleibt eine Geschichte zwischen Leichtsinn und Verzweiflung – eine Fahrt ins Ungewisse, die glimpflich endete.