Als ich gestern Abend die Rietberghalle betrat, vibrierte die Luft förmlich vor Spannung. Unser Heimteam Fulda Maberzell empfing den Tabellenführer Borussia Düsseldorf zum Bundesliga-Showdown. Die vollen Ränge zeugten von der wachsenden Tischtennisbegeisterung in unserer Region – ein Sport, der längst die Kellerräume verlassen hat und Menschen jeden Alters in seinen Bann zieht.
Was für ein Duell der Kontraste: Hier die Übermacht Düsseldorf mit ihrem Weltklassespieler Timo Boll, dort unser Team aus Maberzell, das mit Leidenschaft und Heimvorteil dagegenhalten wollte. Die kleine weiße Kugel flog mit atemberaubender Geschwindigkeit über die blauen Tische. Beim Warm-up beobachtete ich, wie konzentriert die Spieler ihre Vorhand-Topspins übten. «Im Tischtennis entscheiden oft Millisekunden und Millimeter», erklärte mir Nationaltrainer Jörg Roßkopf am Spielfeldrand. «Die mentale Stärke macht heute den Unterschied.» Ich erinnerte mich an meine eigenen kläglichen Versuche beim Betriebssport letzten Sommer. Damals wurde mir klar: Was diese Athleten leisten, ist Spitzensport in Reinform.
Die Atmosphäre in der Halle war elektrisierend. Jung und Alt fieberten gemeinsam mit. Tischtennis verbindet Generationen und Kulturen auf einzigartige Weise. Es ist ein Mikrokosmos unserer Gesellschaft – schnell, technisch und voller überraschender Wendungen. Während die Matchbälle ausgespielt wurden, dachte ich: In einer Zeit der Bildschirme und virtuellen Welten brauchen wir solche gemeinsamen Erlebnisse mehr denn je.