In einem tragischen Arbeitsunfall im Münchner Stadtteil Schwabing ist am Mittwoch ein 49-jähriger Bauarbeiter ums Leben gekommen. Der Mann stürzte auf einer Baustelle am Mittleren Ring mehrere Meter tief in einen Schacht und erlitt dabei tödliche Verletzungen.
Nach Angaben der Münchner Polizei ereignete sich der Unfall am Mittwochvormittag gegen 11:30 Uhr. Der erfahrene Bauarbeiter war mit Arbeiten im Bereich eines Versorgungsschachts beschäftigt, als er aus bisher ungeklärten Gründen das Gleichgewicht verlor und in die Tiefe stürzte.
«Trotz sofortiger Erste-Hilfe-Maßnahmen durch Kollegen verstarb der Mann noch am Unfallort», berichtet Polizeisprecherin Maria Weber. Die alarmierten Rettungskräfte, darunter ein Notarztteam und die Feuerwehr, konnten nur noch den Tod des Arbeiters feststellen.
Die Baustelle wurde nach dem Unfall sofort geschlossen. Das Münchner Kommissariat für Betriebsunfälle hat die Ermittlungen übernommen, um die genauen Umstände zu klären. Auch das Gewerbeaufsichtsamt wurde eingeschaltet.
Der Baustellenleiter Thomas Schmidt zeigt sich erschüttert: «Wir sind alle fassungslos. Sicherheit steht bei uns immer an erster Stelle. Wie es zu diesem schrecklichen Unfall kommen konnte, ist uns ein Rätsel.»
Nach ersten Ermittlungen werden nun die Sicherheitsmaßnahmen vor Ort überprüft. Besonders im Fokus stehen die Absicherungen der Schächte und die Einhaltung der vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen. Die Polizei befragt derzeit Zeugen und sichtet das Videomaterial der Baustellenüberwachung.
Für die Kollegen des Verstorbenen wurde ein psychologischer Notdienst eingerichtet. «Solche Unfälle hinterlassen tiefe Spuren bei allen Beteiligten», erklärt Werner Müller vom Kriseninterventionsteam. «Wir bieten Gespräche und Unterstützung an, um das Erlebte zu verarbeiten.»
Der Unfall wirft erneut ein Schlaglicht auf die Gefahren im Baugewerbe. Nach Angaben der Berufsgenossenschaft Bau gehören Stürze zu den häufigsten Unfallursachen auf Baustellen. Im vergangenen Jahr kamen in Bayern 12 Menschen bei Baustellenunfällen ums Leben.
Die zuständige Baugewerkschaft fordert nun verstärkte Kontrollen und bessere Präventionsmaßnahmen. «Jeder Todesfall ist einer zu viel», betont Gewerkschaftsvertreter Klaus Berger. «Unternehmen müssen mehr in Sicherheit investieren und Mitarbeiter besser schulen.»
Die Baufirma hat angekündigt, alle Sicherheitsstandards auf ihren Baustellen umgehend zu überprüfen. Die Arbeiten am Unglücksort bleiben vorerst eingestellt. Der Mittlere Ring war für die Rettungsmaßnahmen zeitweise gesperrt, was zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führte.
Der Verstorbene hinterlässt eine Frau und zwei Kinder. Kollegen haben eine Spendenaktion für die Familie ins Leben gerufen. Das Bauunternehmen sicherte der Familie umfassende Unterstützung zu.