Ein tragischer Verkehrsunfall erschüttert den Dresdner Stadtteil Seidnitz. Am Dienstagabend wurde ein 58-jähriger Fußgänger beim Überqueren der Straße von einem Auto erfasst. Der Mann erlag kurz darauf im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen und bittet die Bevölkerung um Unterstützung.
Nach ersten Erkenntnissen ereignete sich der Unfall gegen 19:30 Uhr an der Kreuzung Enderstraße/Seidnitzer Straße. Der Fußgänger wollte offenbar die Fahrbahn überqueren, als ihn ein stadteinwärts fahrender Volkswagen erfasste. Der 42-jährige Fahrer des Wagens konnte trotz Bremsung den Zusammenstoß nicht verhindern.
«Die Wucht des Aufpralls war enorm», berichtet Polizeisprecherin Jana Ulbricht. «Trotz sofortiger Erste-Hilfe-Maßnahmen durch Passanten und den schnell eintreffenden Rettungsdienst verstarb der Mann wenige Stunden später im Krankenhaus.»
Die genauen Umstände des Unfalls sind noch unklar. Die Polizei prüft, ob die Ampelanlage zum Unfallzeitpunkt ordnungsgemäß funktionierte und welche Lichtphase aktiv war. Auch die Sichtverhältnisse zur Unfallzeit werden untersucht, da es zum Zeitpunkt bereits dämmerte und leichter Regen fiel.
«Wir müssen klären, ob der Fußgänger die Straße bei Rot überquerte oder ob andere Faktoren zum Unfall beigetragen haben», erklärt Ulbricht. Der Fahrer des Wagens stand unter Schock und wurde psychologisch betreut. Ein Alkohol- und Drogentest beim Fahrer verlief negativ.
Die Polizei hat die Enderstraße für mehrere Stunden gesperrt, um Spuren zu sichern. Ein Gutachter wurde hinzugezogen, um den genauen Unfallhergang zu rekonstruieren. Die Dresdner Verkehrspolizei bittet nun dringend Zeugen, die den Unfall beobachtet haben, sich zu melden.
«Jede Information kann wichtig sein», betont Hauptkommissar Thomas Bergmann von der Verkehrspolizei. «Besonders suchen wir Personen, die Angaben zur Ampelschaltung machen können oder den Fußgänger vor dem Unfall gesehen haben.» Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0351/483-2233 bei der Polizeidirektion Dresden zu melden.
Der Unfall reiht sich in eine besorgniserregende Statistik ein. Allein in Dresden wurden im vergangenen Jahr acht Fußgänger bei Verkehrsunfällen tödlich verletzt. Die Stadt hat bereits mehrere Gefahrenstellen identifiziert und arbeitet an Konzepten zur Verbesserung der Verkehrssicherheit.
Anwohner des Viertels zeigen sich bestürzt. «Diese Kreuzung ist schon lange gefährlich», meint Anwohnerin Karin Schmidt (67). «Die Autos fahren oft zu schnell, und die Ampelphasen sind sehr kurz.» Mehrere Bewohner haben bereits eine Bürgerinitiative gegründet, die sich für eine Überprüfung der Verkehrssituation im Stadtteil einsetzt.
Stadträtin Monika Weber vom Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr kündigt an, den Vorfall zum Anlass zu nehmen, die Verkehrssituation in Seidnitz erneut zu überprüfen. «Jeder Verkehrstote ist einer zu viel. Wir müssen alle Möglichkeiten ausschöpfen, um solche tragischen Unfälle in Zukunft zu verhindern.»
Die Polizei appelliert an alle Verkehrsteilnehmer zu besonderer Vorsicht, besonders in der dunklen Jahreszeit. Fußgänger sollten helle Kleidung tragen und Autofahrer ihre Geschwindigkeit den Sichtverhältnissen anpassen. Der tragische Vorfall in Seidnitz zeigt einmal mehr, wie wichtig gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr ist.