Ein tragischer Verkehrsunfall erschütterte gestern Abend die Kölner Innenstadt. Ein 72-jähriger Mann wurde beim Überqueren einer Straße von einem Kleintransporter erfasst und tödlich verletzt. Das Unglück ereignete sich gegen 19:30 Uhr an einer vielbefahrenen Kreuzung im Stadtteil Ehrenfeld.
Nach ersten Erkenntnissen der Polizei wollte der Senior die Venloer Straße an einer Ampelkreuzung überqueren. Ein 34-jähriger Fahrer eines Kleintransporters, der nach rechts abbiegen wollte, übersah den Fußgänger offenbar. Der Aufprall war so heftig, dass der 72-Jährige noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen erlag. Trotz sofort eingeleiteter Wiederbelebungsmaßnahmen durch Ersthelfer und später den Rettungsdienst konnte der Mann nicht gerettet werden.
Der Fahrer des Kleintransporters steht unter Schock und wird psychologisch betreut, erklärte Polizeisprecherin Martina Weber. Er blieb körperlich unverletzt, ist aber verständlicherweise schwer traumatisiert. Der Fahrer hatte nach dem Unfall selbst den Notruf gewählt und bis zum Eintreffen der Rettungskräfte versucht, Erste Hilfe zu leisten.
Die Kreuzung wurde für die Unfallaufnahme mehrere Stunden gesperrt. Ein spezielles Unfallaufnahmeteam der Polizei sicherte Spuren und befragte Zeugen. Die genauen Umstände des Unfalls werden nun untersucht. Die Polizei bittet weitere Zeugen, die den Unfall beobachtet haben, sich zu melden.
Anwohner berichten, dass die Kreuzung als Gefahrenpunkt bekannt sei. Hier wird oft zu schnell gefahren und die Ampelphase für Fußgänger ist sehr kurz, sagte Anwohnerin Claudia Müller (56). Die Stadt Köln hatte die Verkehrssituation an dieser Stelle bereits im vergangenen Jahr überprüft, aber keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet.
Nach Angaben der Kölner Verkehrsstatistik ist dies bereits der dritte tödliche Unfall mit Fußgängerbeteiligung in diesem Jahr. Die Polizei appelliert erneut an alle Verkehrsteilnehmer, besonders an Kreuzungen aufmerksam zu sein. Gerade beim Abbiegen entstehen oft gefährliche Situationen für Fußgänger, betonte Polizeisprecherin Weber.
Die Polizei untersucht nun, ob menschliches Versagen oder andere Faktoren zum Unfall führten. Der Kleintransporter wurde sichergestellt und wird technisch überprüft. Auch die Sichtverhältnisse zum Unfallzeitpunkt werden in die Ermittlungen einbezogen. Es war bereits dunkel, und laut Wetterdienst hatte es kurz zuvor leicht geregnet.
Der Verstorbene war nach Informationen der Polizei in der Nachbarschaft bekannt und wohnte nur wenige Straßen vom Unfallort entfernt. Angehörige wurden inzwischen informiert und erhalten Unterstützung durch Notfallseelsorger.
Für die Verkehrssicherheit in Köln bedeutet dieser Unfall einen erneuten Rückschlag. Erst im vergangenen Monat hatte die Stadt eine Kampagne für mehr Rücksicht im Straßenverkehr gestartet. Besonders ältere Menschen sind als Fußgänger gefährdet. Die Statistik zeigt, dass Senioren überdurchschnittlich häufig in tödliche Fußgängerunfälle verwickelt sind.
Verkehrsexperten fordern seit langem längere Grünphasen an Ampeln und bessere Sichtbeziehungen an kritischen Kreuzungen. Der tragische Unfall könnte nun Anlass sein, die Verkehrssituation an der Unglücksstelle erneut zu überprüfen.