In Frankfurt sind heute Morgen mögliche Beeinträchtigungen der Trinkwasserqualität festgestellt worden. Das Gesundheitsamt und die Mainova AG haben vorsorglich eine Warnung für mehrere Stadtteile herausgegeben. Betroffen sind vor allem die nördlichen Bereiche wie Praunheim, Heddernheim und Teile des Nordends.
«Wir haben bei Routinekontrollen leichte Abweichungen von den üblichen Werten bemerkt», erklärt Thomas Schmitt vom städtischen Gesundheitsamt. «Es besteht derzeit kein Grund zur Panik, aber wir empfehlen den Bürgern in den betroffenen Gebieten, das Leitungswasser vor dem Verzehr abzukochen.»
Die Ursache für die mögliche Verunreinigung wird derzeit intensiv untersucht. Nach ersten Erkenntnissen könnte ein technischer Defekt in einem Wasserwerk für die Qualitätsschwankungen verantwortlich sein. Experten der Mainova sind bereits vor Ort und arbeiten an der Behebung des Problems.
Anwohner berichten von leichten Verfärbungen und ungewöhnlichem Geruch des Leitungswassers. «Heute früh war mein Wasser leicht bräunlich. Das habe ich noch nie erlebt», sagt Anwohnerin Maria Berger aus Praunheim. Die Mainova bestätigt, dass vereinzelt Beschwerden eingegangen sind, betont aber, dass die Abweichungen im Rahmen der gesetzlichen Grenzwerte liegen.
Für Haushalte in den betroffenen Gebieten gelten vorübergehend folgende Empfehlungen:
– Leitungswasser vor dem Trinken mindestens drei Minuten abkochen
– Zum Zähneputzen abgekochtes oder abgepacktes Wasser verwenden
– Zum Geschirrspülen und für die Körperhygiene kann das Wasser weiter genutzt werden
– Haustiere sollten ebenfalls nur abgekochtes Wasser bekommen
Die Stadt hat an mehreren Stellen kostenlos Trinkwasser in Flaschen zur Verfügung gestellt. Ausgabestellen befinden sich am Nordwestzentrum, am Merianplatz und vor dem Bürgerhaus Heddernheim. Besonders ältere Menschen und Familien mit Kleinkindern werden gebeten, auf den Konsum von Leitungswasser zu verzichten.
«Wir nehmen solche Situationen sehr ernst», betont Umweltdezernentin Rosemarie Weber. «Unsere Labore arbeiten rund um die Uhr, um die genaue Ursache zu ermitteln. Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger hat absolute Priorität.»
Die Mainova rechnet damit, das Problem innerhalb der nächsten 24 Stunden beheben zu können. Bis dahin bleibt die Warnung bestehen. Das Gesundheitsamt wird morgen weitere Wasserproben entnehmen und auswerten.
Für aktuelle Informationen hat die Stadt eine Hotline eingerichtet, die unter der Nummer 069-12345678 erreichbar ist. Zudem werden regelmäßig Updates auf der städtischen Webseite veröffentlicht.
Anwohner bemerken, dass solche Probleme mit der Wasserversorgung in Frankfurt selten vorkommen. «Das letzte Mal gab es vor fast zehn Jahren eine ähnliche Warnung», erinnert sich der Heddernheimer Bezirksvorsteher Klaus Müller. «Damals war das Problem aber schnell behoben.»
Experten betonen, dass Frankfurt grundsätzlich über eine sehr gute Trinkwasserqualität verfügt. Die Versorgung erfolgt über mehrere unabhängige Systeme, was die Sicherheit erhöht. Die aktuelle Situation zeigt jedoch, dass auch moderne Infrastruktursysteme nicht vor technischen Defekten gefeit sind.
Die Stadt empfiehlt, in den kommenden Tagen besonders aufmerksam zu sein und bei Unsicherheiten lieber auf abgepacktes Wasser zurückzugreifen. Sobald die Untersuchungen abgeschlossen sind, wird die Warnung offiziell aufgehoben.