Im Grünwalder Stadion herrscht wieder die typische Mischung aus Hoffen und Bangen. Der TSV 1860 München droht auch in dieser Saison im grauen Mittelfeld der 3. Liga zu verschwinden. Nach 27 Spieltagen stehen die «Löwen» mit 36 Punkten auf Rang 12 – satte 13 Zähler hinter den Aufstiegsplätzen. Die anfängliche Euphorie ist längst verflogen.
«Wir müssen endlich konstanter werden», fordert Trainer Argirios Giannikis nach der jüngsten 1:2-Niederlage gegen Viktoria Köln. Das Team zeigt ein besorgniserrendes Muster: Auf jeden überzeugenden Auftritt folgt prompt ein Rückschlag. Die Defensive wirkt anfällig, besonders bei Standards. Gleichzeitig fehlt es vorne an Durchschlagskraft. Nur 35 erzielte Tore sprechen eine deutliche Sprache.
Kapitän Jesper Verlaat gibt sich kämpferisch: «Wir wollen die Saison erhobenen Hauptes beenden. Die Fans haben mehr verdient.» Die treuen Anhänger füllen weiterhin das Stadion, schaffen eine beeindruckende Kulisse. Bei meinem letzten Stadionbesuch war die Südkurve ein einziges blau-weißes Fahnenmeer – trotz sportlicher Tristesse.
Der Blick richtet sich bereits auf die kommende Spielzeit. Die Vereinsführung muss den Kader gezielt verstärken, ohne die finanziellen Grenzen zu sprengen. Für die traditionsreiche Löwen-Familie beginnt das große Warten auf bessere Zeiten. Die Sehnsucht nach höherklassigem Fußball bleibt ungestillt. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt im Löwenherzen.