Die Sportarena brodelte förmlich am Samstagabend. Über 900 Fans sahen, wie der TV Hüttenberg einen beeindruckenden 30:27-Heimsieg gegen TuSEM Essen einfuhr. Was besonders auffiel: Die taktische Cleverness der Mittelhessen machte den Unterschied. Mit einem unerwarteten Kniff überrumpelte das Team seinen Gegner und sicherte sich wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.
«Wir haben heute taktisch sehr diszipliniert gespielt», erklärte Trainer Johannes Wohlrab nach dem Spiel. «Der Wechsel auf die 5:1-Abwehr kam genau zum richtigen Zeitpunkt.» Dieser Schachzug veränderte tatsächlich die Dynamik des gesamten Spiels. Die Essener wirkten plötzlich ratlos, fanden kaum noch Lücken. Besonders in der zweiten Halbzeit zeigte die Mannschaft eine bemerkenswerte Defensivleistung. Gleichzeitig nutzte Rückraumspieler Dominik Mappes jede Chance im Angriff. Mit sechs Treffern wurde er zum besten Werfer des Abends.
Ich erinnere mich an ein ähnliches Spiel gegen Hamburg vor drei Jahren. Auch damals überraschte der TVH mit unkonventioneller Taktik. Es scheint ein Markenzeichen der Hüttenberger zu werden: cleveres Handball statt roher Kraft.
Diese Partie könnte ein Wendepunkt der Saison sein. Mit nun 18 Punkten verschafft sich der TVH Luft im Tabellenkeller. Während die Mannschaft euphorisch feierte, sah ich in den Gesichtern der Fans etwas, das in dieser Saison selten war: echte Zuversicht. Der Klassenerhalt scheint plötzlich wieder in greifbarer Nähe.