Der Adrenalinstoß ist noch immer spürbar, wenn ich an die dramatische Verfolgungsjagd denke, die unsere Region am Wochenende in Atem hielt. Was als normale Verkehrskontrolle in Osnabrück begann, entwickelte sich zu einer wilden Fahrt bis nach Bad Essen. Der 31-jährige Fahrer ignorierte sämtliche Anhaltesignale der Polizei und flüchtete mit halsbrecherischem Tempo.
Mit bis zu 180 km/h raste der Mann über Landstraßen, gefährdete zahlreiche Verkehrsteilnehmer und zwang sogar einen entgegenkommenden Wagen in den Straßengraben. Die Verfolgung führte durch mehrere Ortschaften, wobei der Flüchtige rote Ampeln missachtete und in Schlangenlinien fuhr. «Der Fahrer hat mit seiner rücksichtslosen Fahrweise bewusst das Leben anderer aufs Spiel gesetzt«, erklärte Polizeisprecher Matthias Bekermann. Erst in Bad Essen konnte das Fahrzeug gestoppt werden, als es in einer Sackgasse endete.
Mein Kollege, der zufällig in der Nähe wohnt, berichtete von heulenden Sirenen und dem Lärm des Polizeihubschraubers. Bei der anschließenden Durchsuchung fanden die Beamten Betäubungsmittel im Wagen. Zudem besaß der Fahrer keinen Führerschein und stand unter Drogeneinfluss.
Inzwischen sitzt der Mann in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen mehrerer schwerer Delikte. Der Vorfall zeigt einmal mehr, wie schnell eine alltägliche Polizeikontrolle eskalieren kann. In der Nachbarschaft diskutiert man noch immer über das Geschehene – und ist erleichtert, dass niemand ernsthaft verletzt wurde.