Vom eisigen Trainingsplatz weht der Duft kommender Veränderungen herüber. Der VfB Stuttgart steht nach seiner beeindruckenden Hinrunde vor kniffligen Personalentscheidungen. Mit 34 Punkten und Platz drei hat die Mannschaft von Sebastian Hoeneß alle Erwartungen übertroffen – eine Leistung, die europaweit Begehrlichkeiten weckt.
Die Transferplanungen laufen bereits auf Hochtouren. Sportvorstand Fabian Wohlgemuth hält die Karten eng an der Brust, doch hinter den Kulissen wird intensiv gearbeitet. Der Fokus liegt klar auf Verstärkungen im Angriff, besonders nach Sehrou Guirassys Verletzung. «Wir schauen uns gezielt um, wollen aber keine Schnellschüsse riskieren», erklärte Wohlgemuth beim letzten Heimspiel. Die Suche konzentriert sich auf Stürmer mit Tiefgang und Abschlussqualität.
Gleichzeitig kämpfen die Schwaben um den Verbleib ihrer Leistungsträger. Besonders Serhou Guirassy und Waldemar Anton stehen im Fokus anderer Clubs. Eine Guirassy-Ausstiegsklausel von etwa 17,5 Millionen Euro macht den Topscorer zu einem begehrten Schnäppchen. Anton betonte kürzlich: «Ich fühle mich in Stuttgart pudelwohl, aber im Fußball weiß man nie.»
Die Stimmung in der Kabine bleibt trotz Transfergerüchten fokussiert. Beim letzten Training beobachtete ich eine bemerkenswerte Konzentration. Die Spieler wirken hungrig, als hätten sie den Erfolg nur angekostet.
Für den VfB ist die Winterpause eine Gratwanderung zwischen sportlichen Ambitionen und wirtschaftlichen Zwängen. Die kommenden Wochen entscheiden nicht nur über die Kaderplanung, sondern womöglich auch über die gesamte Vereinszukunft. In Bad Cannstatt träumt man leise von europäischen Nächten – ein Traum, der plötzlich greifbar erscheint.