In Dresden wurde der erste Fall von Vogelgrippe in diesem Winter bestätigt. Das Veterinäramt der Stadt gab am Mittwoch bekannt, dass ein toter Schwan am Ufer der Elbe positiv auf das H5N1-Virus getestet wurde. Der Fund erfolgte im Bereich der Dresdner Neustadt, wo Spaziergänger den verendeten Vogel entdeckten und die Behörden alarmierten.
Das Friedrich-Loeffler-Institut hat nach eingehender Untersuchung das hochpathogene aviäre Influenzavirus H5N1 nachgewiesen. Diese Virusvariante ist besonders gefährlich für Wildvögel und Hausgeflügel. Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Bauer betont: «Wir nehmen diesen ersten Fall sehr ernst, da das Virus hochansteckend ist und sich schnell unter Vögeln ausbreiten kann.»
Die Stadt Dresden hat umgehend Schutzmaßnahmen eingeleitet. Für Geflügelhalter im Umkreis von drei Kilometern um den Fundort gilt ab sofort erhöhte Wachsamkeit. Sie müssen ihre Tiere in geschlossenen Ställen halten und besondere Hygienemaßnahmen beachten. Diese Vorsichtsmaßnahmen sollen verhindern, dass sich das Virus auf Hausgeflügel überträgt.
«Wir bitten alle Bürgerinnen und Bürger, tote oder kranke Wasservögel nicht zu berühren und stattdessen das Veterinäramt zu informieren», sagt Amtstierärztin Dr. Sabine Weber. Das Amt ist unter der Telefonnummer 0351/4885353 erreichbar. Besonders wichtig: Hunde sollten an der Elbe und anderen Gewässern angeleint werden, damit sie keine toten Vögel aufnehmen können.
Für Menschen besteht nach aktueller Einschätzung des Robert Koch-Instituts bei diesem Ausbruch nur ein geringes Infektionsrisiko. Dennoch raten die Behörden zu Vorsicht. Wer tote Vögel findet, sollte direkten Kontakt vermeiden.
Die Vogelgrippe tritt in Deutschland meist in den Wintermonaten auf, wenn Zugvögel das Virus einschleppen. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder vereinzelte Fälle in Sachsen nachgewiesen. Der aktuelle Fall in Dresden ist der erste in diesem Winter, jedoch wurden bereits Fälle in anderen Bundesländern gemeldet.
Das Veterinäramt überwacht nun verstärkt die Situation und führt zusätzliche Kontrollen an Dresdner Gewässern durch. Experten erwarten, dass in den kommenden Wochen möglicherweise weitere Fälle auftreten könnten.
Für Geflügelhalter hat die Stadt ein Merkblatt mit Verhaltenshinweisen herausgegeben. Darin werden wichtige Hygienemaßnahmen erläutert, die das Risiko einer Übertragung minimieren sollen. Dazu gehören das Tragen von Schutzkleidung beim Betreten der Ställe, regelmäßige Desinfektion und die strikte Trennung von Wild- und Hausgeflügel.
Ornithologen beobachten die Entwicklung mit Sorge. «Besonders Schwäne, Enten und andere Wasservögel sind gefährdet», erklärt Vogelexperte Michael Schmidt vom NABU Dresden. «Die Krankheit verläuft bei infizierten Vögeln meist tödlich und kann ganze Populationen dezimieren.»
Die Stadt Dresden wird die Öffentlichkeit über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden halten und bei Bedarf zusätzliche Schutzmaßnahmen anordnen. Für aktuelle Informationen können sich Bürger auf der Webseite der Stadt Dresden informieren.