Die beliebte Initiative «Warm und herzlich» kehrt in diesem Winter nach Essen zurück. Nach dem großen Erfolg der Vorjahre öffnen viele Kirchengemeinden in der Stadt erneut ihre Türen für Menschen, die einen warmen Aufenthaltsort, Gemeinschaft und eine kleine Stärkung suchen.
An verschiedenen Standorten im Essener Stadtgebiet können Bürger ab sofort bis Ende März kostenfrei eintreten und verweilen. In den teilnehmenden Gemeindehäusern und Kirchen gibt es Kaffee, Tee und Gebäck in einer einladenden Atmosphäre. Das Angebot richtet sich an alle Menschen – unabhängig von Herkunft, Religion oder sozialer Situation.
«In Zeiten steigender Energiekosten und zunehmender Einsamkeit ist diese Initiative wichtiger denn je», erklärt Pfarrerin Martina Grebe vom Koordinationsteam. «Wir bieten nicht nur einen warmen Raum, sondern auch menschliche Wärme und Begegnung.»
Die teilnehmenden Gemeinden haben unterschiedliche Öffnungszeiten. In der Kreuzeskirche in Essen-Rüttenscheid ist der «Warme Ort» beispielsweise dienstags und freitags von 15 bis 17 Uhr geöffnet, während die Gemeinde Heilig Kreuz in Altenessen mittwochs von 14 bis 16 Uhr ihre Türen öffnet.
Eine aktuelle Liste mit allen beteiligten Kirchen und deren Öffnungszeiten hängt in allen teilnehmenden Gemeindehäusern aus und ist auf den Websites der Essener Kirchengemeinden zu finden.
Das Projekt wird gemeinsam von evangelischen und katholischen Gemeinden getragen und von der Stadt Essen unterstützt. Es entstand 2022 als Reaktion auf die Energiekrise und hat sich seither zu einem festen Bestandteil des sozialen Angebots in Essen entwickelt.
«Die Resonanz war in den vergangenen Jahren überwältigend», berichtet Diakon Michael Sommer von der katholischen Gemeinde St. Josef. «Viele Menschen kommen nicht nur wegen der Heizkosten, sondern weil sie hier Gemeinschaft erleben und neue Kontakte knüpfen können.»
Besonders ältere Menschen und Alleinstehende nutzen das Angebot regelmäßig. Aber auch Familien mit Kindern sind willkommen. In einigen Gemeinden wurden zusätzlich Spielecken für die Kleinen eingerichtet.
Die Freiwilligen, die die «Warmen Orte» betreuen, berichten von bereichernden Begegnungen. «Es entstehen wunderbare Gespräche zwischen Menschen, die sich sonst nie getroffen hätten», erzählt Ehrenamtlerin Ursula Meier, die in der Gemeinde St. Gertrud hilft. «Man teilt Sorgen und Freuden, gibt sich gegenseitig Ratschläge oder hört einfach nur zu.»
Neben dem regulären Angebot planen einige Gemeinden auch besondere Aktionen wie gemeinsames Basteln, Singen oder Lesungen. Diese Termine werden vor Ort angekündigt.
Die Initiative «Warm und herzlich» zeigt, wie Kirchengemeinden auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen reagieren können. Sie verbindet praktische Hilfe mit dem christlichen Grundgedanken der Nächstenliebe.
Wer das Projekt unterstützen möchte, kann Kuchenspenden bei den teilnehmenden Gemeinden abgeben oder sich als ehrenamtliche Helferin oder Helfer engagieren. Ansprechpersonen sind in den jeweiligen Gemeindebüros zu erfragen.
«Warm und herzlich» ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Solidarität im Kleinen funktionieren kann. In einer Zeit, in der viele Menschen mit finanziellen Sorgen kämpfen oder unter Einsamkeit leiden, schafft die Initiative Räume der Begegnung und des gegenseitigen Respekts.