In Hamburg müssen sich Bürgerinnen und Bürger auf erhebliche Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr einstellen. Die Gewerkschaft ver.di hat für kommende Woche einen weiteren Warnstreik im Hamburger Busverkehr angekündigt. Betroffen sind voraussichtlich alle Buslinien der Hochbahn und der VHH (Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein) im gesamten Stadtgebiet.
Der Ausstand soll am Donnerstag, den 13. Juni, mit Betriebsbeginn starten und bis Betriebsende am Freitag, den 14. Juni, andauern. Während dieser 48 Stunden werden voraussichtlich kaum oder gar keine Busse auf Hamburgs Straßen unterwegs sein.
«Nach mehreren Verhandlungsrunden sind wir mit dem Angebot der Arbeitgeber noch immer unzufrieden», erklärt Peter Müller, Verhandlungsführer bei ver.di. «Die angebotenen Lohnerhöhungen bleiben deutlich hinter unseren Forderungen zurück und berücksichtigen nicht die gestiegenen Lebenshaltungskosten.»
Die Gewerkschaft fordert für die rund 3.500 Busfahrerinnen und Busfahrer in Hamburg eine Lohnerhöhung von 12 Prozent, mindestens jedoch 450 Euro mehr im Monat. Zudem sollen die Schichtzulagen erhöht und die Arbeitszeiten flexibler gestaltet werden. Die Arbeitgeber haben bislang eine Erhöhung von 5,5 Prozent in zwei Stufen über eine Laufzeit von 24 Monaten angeboten.
Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) rät Fahrgästen, sich rechtzeitig über alternative Reisemöglichkeiten zu informieren. «Die U-Bahnen, S-Bahnen und Regionalbahnen sind vom Streik nicht betroffen und verkehren nach Fahrplan», teilt HVV-Sprecherin Silke Schmidt mit. «Wir empfehlen, wenn möglich, auf diese Verkehrsmittel auszuweichen oder Fahrgemeinschaften zu bilden.»
Besonders betroffen sind die äußeren Stadtteile wie Lurup, Osdorf und Teile von Rahlstedt, die hauptsächlich durch Buslinien an den öffentlichen Nahverkehr angebunden sind. Auch Pendler aus dem Hamburger Umland, die auf Busverbindungen angewiesen sind, müssen mit Einschränkungen rechnen.
Für Schulkinder könnte der Streik ebenfalls Probleme bereiten. Das Schulamt empfiehlt Eltern und Schülern, frühzeitig alternative Wege zur Schule zu planen. «Verspätungen aufgrund des Streiks werden selbstverständlich entschuldigt», heißt es von Seiten der Schulbehörde.
Es ist bereits der dritte Warnstreik im Hamburger Busverkehr in diesem Jahr. Die letzte Arbeitsniederlegung im Mai führte zu erheblichen Einschränkungen im Stadtverkehr. Nach Schätzungen des Hamburger Verkehrsverbundes waren davon täglich etwa 600.000 Fahrgäste betroffen.
Die Verhandlungen zwischen ver.di und den Verkehrsbetrieben sollen am 17. Juni fortgesetzt werden. Sollte auch dann keine Einigung erzielt werden, schließt die Gewerkschaft weitere und längere Streiks nicht aus.
«Wir bedauern die Unannehmlichkeiten für die Fahrgäste sehr», betont Klaus Weber, Betriebsratsvorsitzender bei der Hochbahn. «Aber die Arbeitsbelastung für unsere Kolleginnen und Kollegen ist in den letzten Jahren stark gestiegen, während die Löhne mit der Inflation nicht Schritt gehalten haben. Wir kämpfen für faire Arbeitsbedingungen.»
Aktuelle Informationen zum Streik und zu alternativen Reisemöglichkeiten finden Fahrgäste auf den Websites und in den Apps von HVV, Hochbahn und VHH sowie über die sozialen Medien der Verkehrsbetriebe.