Seit wenigen Monaten herrscht Aufregung um eine neue Regel. Männer ab 17 müssen längere Auslandsreisen genehmigen lassen. Die Debatte erreicht nun politische Dimensionen. Sahra Wagenknecht zieht drastische Vergleiche zur DDR-Zeit.
Die Wehrdienstreform sorgt für Wirbel in Deutschland. Seit Januar gilt: Wer länger als drei Monate ins Ausland möchte, braucht grünes Licht von der Bundeswehr. Das Verteidigungsministerium rechtfertigt dies mit einer «belastbaren Wehrerfassung». Doch wie automatisch läuft diese Genehmigung wirklich? Ein Sprecher betont, dass Anträge «grundsätzlich zu erteilen» seien. Neue Verwaltungsvorschriften sollen das Verfahren vereinfachen. Wagenknecht sieht das völlig anders. «Das erinnert an DDR- und Mauerzeiten», so die BSW-Gründerin scharf. Sie fordert sogar Pistorius› Rücktritt wegen dieser Regelung. Ihre These: Die Wehrpflicht sei längst beschlossen. Die Regierung bereite Deutschland auf einen großen Krieg vor. Eine Volksabstimmung müsse her, verlangt sie vehement. Ich erinnere mich an Gespräche mit jungen Männern. Die Unsicherheit ist spürbar, die Fragen zahlreich. Was bedeutet das konkret für Auslandsstudium oder Work-and-Travel?
Die Reform entstand nicht im luftleeren Raum. NATO-Vorgaben und Putins Ukraine-Krieg bilden den Hintergrund. Deutschland soll seine Verteidigungsfähigkeit stärken. Der Wehrdienst bleibt offiziell freiwillig. Doch die Genehmigungspflicht wirft grundsätzliche Fragen auf. Wie viel Freiheit darf Sicherheit kosten? Diese Balance beschäftigt unsere Gesellschaft zunehmend intensiver.