In den besinnlichen Stunden des Weihnachtsabends verwandelte sich ein gewöhnliches Mehrfamilienhaus in Dresden-Pieschen plötzlich in einen Schauplatz dramatischer Ereignisse. Gegen 20:15 Uhr brach in einer Wohnung im ersten Stock ein Feuer aus, das schnell bedrohliche Ausmaße annahm. Dichte Rauchschwaden zogen durch das Treppenhaus, während die Flammen an der Wohnungstür bereits sichtbar waren.
Glücklicherweise befanden sich keine Menschen in der brennenden Wohnung. Die Bewohnerin war zum Zeitpunkt des Brandes nicht zuhause, doch ihre geliebten Haustiere – zwei Katzen und ein Kaninchen – waren in der Wohnung eingeschlossen und in akuter Lebensgefahr.
«Ich hörte plötzlich laute Rufe im Treppenhaus und roch dann den Rauch», berichtet Michael Schulz, ein Nachbar aus dem zweiten Stock. «Als ich die Tür öffnete, sah ich bereits die Flammen im ersten Stock und wusste sofort: Da sind doch die Tiere drin!»
Was folgte, war eine beeindruckende Gemeinschaftsaktion der Hausbewohner. Noch bevor die alarmierte Feuerwehr eintraf, organisierten sich mehrere Nachbarn und handelten entschlossen. Mit einem Feuerlöscher aus dem Hausflur gelang es ihnen, die Flammen soweit einzudämmen, dass zwei beherzte Anwohner in die verrauchte Wohnung eindringen konnten.
«Die Sicht war fast null, aber wir wussten ungefähr, wo sich die Tiere normalerweise aufhalten», erzählt Lisa Müller, eine der mutigen Helferinnen. Trotz der widrigen Bedingungen gelang es den Nachbarn, alle drei Haustiere zu lokalisieren und in Sicherheit zu bringen. «Das Kaninchen hatte sich unter dem Sofa versteckt, die Katzen fanden wir im Schlafzimmer», fügt Müller hinzu.
Als die Dresdner Feuerwehr mit drei Löschfahrzeugen und 15 Einsatzkräften eintraf, waren die Tiere bereits gerettet. Die Feuerwehrleute konnten sich auf die vollständige Brandbekämpfung konzentrieren und verhinderten ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Wohnungen.
«Das beherzte Eingreifen der Nachbarn hat diesen Tieren vermutlich das Leben gerettet», lobt Einsatzleiter Frank Weber. «Allerdings möchten wir betonen, dass solche Rettungsaktionen immer mit erheblichen Risiken verbunden sind. Im Zweifelsfall sollte man immer die eigene Sicherheit voranstellen und auf die Feuerwehr warten.»
Die geretteten Tiere wurden noch vor Ort von einem zufällig anwesenden Tierarzt untersucht. «Sie haben etwas Rauch eingeatmet, sind aber zum Glück weitgehend unversehrt», erklärt Dr. Martin Bauer, der zufällig in der Nachbarschaft zu Besuch war und spontan seine Hilfe anbot.
Für die abwesende Wohnungsinhaberin Sabine Werner wurde dieser Weihnachtsabend zu einer Achterbahnfahrt der Gefühle. «Ich war bei meiner Familie zum Festessen, als der Anruf kam», berichtet sie mit tränenerstickter Stimme. «Zuerst der Schock über den Brand, dann die unbeschreibliche Erleichterung, dass meine Tiere gerettet wurden. Ich kann meinen Nachbarn gar nicht genug danken.»
Die Brandursache ist nach ersten Ermittlungen vermutlich auf eine defekte Lichterkette zurückzuführen, die an einem Weihnachtsgesteck befestigt war. Die Kriminalpolizei hat die Untersuchungen aufgenommen, um den genauen Hergang zu klären.
Die betroffene Wohnung ist vorerst unbewohnbar. Der entstandene Sachschaden wird auf etwa 30.000 Euro geschätzt. Die geretteten Tiere kommen vorübergehend bei hilfsbereiten Nachbarn unter, bis die Wohnung wieder bezogen werden kann.
Dieser Vorfall in Dresden-Pieschen zeigt eindrucksvoll, wie wichtig nachbarschaftlicher Zusammenhalt sein kann – besonders in Notfällen. Gleichzeitig mahnt die Feuerwehr zur Vorsicht im Umgang mit Kerzen und elektrischer Weihnachtsdekoration.
«Gerade zur Weihnachtszeit häufen sich Brandfälle durch Kerzen oder defekte Beleuchtung», warnt Weber. «Lassen Sie Kerzen nie unbeaufsichtigt brennen und prüfen Sie Lichterketten vor dem Gebrauch auf Beschädigungen.»
Ein Weihnachtsfest, das für die Bewohner des Hauses in Dresden-Pieschen wohl unvergessen bleiben wird – dank des beherzten Eingreifens couragierter Nachbarn und dem schnellen Einsatz der Feuerwehr endete es trotz des Schreckens mit einem Happy End für die geliebten Vierbeiner.