Einkaufslaune schwindet in Kölner City – Händler spüren Kaufrückgang nach den Festtagen
Nach der festlichen Weihnachtszeit ist in Kölns Einkaufsstraßen eine deutliche Kaufzurückhaltung zu spüren. Der Januar zeigt sich traditionell als umsatzschwacher Monat für den lokalen Einzelhandel. Viele Geschäfte in der Innenstadt berichten von einem spürbaren Rückgang der Kundschaft im Vergleich zum lebhaften Dezember.
«Die Menschen haben im Weihnachtsgeschäft ihre Geldbeutel geöffnet, jetzt herrscht erstmal Zurückhaltung», erklärt Peter Schmidt, Inhaber eines Bekleidungsgeschäfts in der Schildergasse. Laut Handelskammer Köln entspricht dieser Rückgang dem üblichen saisonalen Muster, fällt aber in diesem Jahr besonders deutlich aus.
Die Gründe für die verstärkte Kaufzurückhaltung sind vielfältig. Neben den typischen Januar-Blues nach den Feiertagen spielt die wirtschaftliche Unsicherheit eine große Rolle. Viele Kölner achten derzeit stärker auf ihre Ausgaben. Höhere Lebenshaltungskosten und Energiepreise lassen den Verbrauchern weniger Spielraum für spontane Einkäufe.
Besonders betroffen sind Geschäfte, die auf Impulskkäufe angewiesen sind. «Im Dezember laufen Geschenkartikel und Dekoratives sehr gut. Diese Produkte braucht im Januar niemand mehr», berichtet Maria Weber vom Kaufhaus Galeria in der Hohe Straße. Die Händlerin beobachtet einen Rückgang von etwa 30 Prozent gegenüber dem Vormonat.
Der stationäre Einzelhandel steht dabei vor besonderen Herausforderungen. «Viele Kunden nutzen die Zeit nach Weihnachten für Online-Einkäufe, besonders wenn sie Gutscheine geschenkt bekommen haben», erklärt Handelsexperte Dr. Thomas Müller. Die Kombination aus Winterwetter und schwindendem Einkaufsinteresse macht die Lage für die Geschäfte in der Kölner Innenstadt zusätzlich schwierig.
Einige Händler setzen auf kreative Strategien, um Kunden anzulocken. Winter-Sales mit deutlichen Preissenkungen sollen die Kauflaune wieder ankurbeln. «Wir bieten bis zu 50 Prozent Rabatt auf Winterware. Das zieht immerhin einige Schnäppchenjäger an», sagt Kleidungshändlerin Sandra Becker aus der Breite Straße.
Die Stadt Köln und der Einzelhandelsverband planen gemeinsame Aktionen, um mehr Leben in die Einkaufsstraßen zu bringen. Ein verkaufsoffener Sonntag ist für Ende Januar geplant. Zudem sollen kleinere Events und Straßenaktionen die Attraktivität der Innenstadt steigern.
Trotz aller Herausforderungen blicken viele Händler optimistisch auf das kommende Frühjahr. «Der Januar ist immer schwierig. Aber wenn die ersten Frühlingsartikel in den Läden sind, kommt auch die Kauflust zurück», hofft Schuhverkäufer Michael Kraus aus dem Belgischen Viertel.
Für die Verbraucher bietet die aktuelle Situation durchaus Vorteile. «Wer jetzt einkauft, kann von erheblichen Rabatten profitieren», betont Verbraucherschützerin Andrea Klein. Sie rät jedoch, nur wirklich benötigte Artikel zu kaufen und sich nicht von vermeintlichen Schnäppchen verleiten zu lassen.
Der Kölner Einzelhandelsverband hofft auf bessere Zahlen ab Februar und setzt auf die Treue der Kölner zu ihren lokalen Geschäften. «Die persönliche Beratung und das Einkaufserlebnis vor Ort sind Werte, die viele Kunden nach wie vor schätzen», betont Verbandssprecher Frank Lehmann. Bis dahin müssen die Händler in der Domstadt jedoch mit dem traditionellen Januar-Tief leben.