Ein besonderes weihnachtliches Erlebnis sorgte am vergangenen Wochenende für Begeisterung in Düsseldorf. Das diesjährige Krippenspiel, das im Rahmen des Weihnachtszirkus auf dem Staufenplatz stattfand, lockte über 1000 Besucher in das festlich geschmückte Zirkuszelt.
Die ungewöhnliche Kombination aus traditionellem Krippenspiel und Zirkusatmosphäre erwies sich als voller Erfolg. Familien mit Kindern, Senioren und Einzelpersonen aus allen Stadtteilen strömten zur Vorstellung. Das Zelt war bis auf den letzten Platz gefüllt, und die Veranstalter mussten sogar zusätzliche Sitzgelegenheiten schaffen.
«Wir wollten die Weihnachtsgeschichte auf eine neue, lebendige Art erzählen, die alle Generationen anspricht», erklärt Martin Weber, künstlerischer Leiter des Projekts. «Die Resonanz hat unsere kühnsten Erwartungen übertroffen.»
Das Krippenspiel verband traditionelle Elemente mit modernen Zirkusdarbietungen. Während die biblische Geschichte von der Geburt Jesu erzählt wurde, begeisterten Artisten mit Akrobatik, Jonglage und Luftnummern das Publikum. Besonders beeindruckend war die Szene der Verkündigung, bei der ein «Engel» an Tüchern durch das Zelt schwebte.
Die 25 Mitwirkenden waren keine professionellen Darsteller, sondern engagierte Bürger aus Düsseldorf. «Wir haben seit September geprobt», berichtet Lisa Müller, die Maria spielte. «Die Kombination aus Schauspiel und Zirkuselementen war eine Herausforderung, aber es hat unglaublich viel Spaß gemacht.»
Für die musikalische Begleitung sorgte ein kleines Ensemble aus Musikern der Robert-Schumann-Musikschule. Sie spielten sowohl traditionelle Weihnachtslieder als auch speziell komponierte Stücke, die die dramaturgischen Höhepunkte untermalten.
Das Bühnenbild verwandelte die Manege in eine stimmungsvolle Kulisse. Sanfte Beleuchtung und minimalistische Dekorationen ließen Bethlehem im Zirkuszelt lebendig werden, ohne von den Darstellern abzulenken. Die Kostüme verbanden historische Elemente mit fantasievollen Details, passend zum Zirkusambiente.
Besonders gerührt zeigten sich viele Besucher von der inklusiven Besetzung. Menschen mit Behinderungen übernahmen wichtige Rollen im Stück. Der 14-jährige Tim, der im Rollstuhl sitzt, spielte einen der Hirten und beeindruckte mit seiner ausdrucksstarken Darstellung.
«Das war das schönste Krippenspiel, das ich je gesehen habe», schwärmte Besucherin Helga Schmidt (72). «Es hat die Weihnachtsgeschichte auf eine ganz neue, berührende Art zum Leben erweckt.»
Auch Bürgermeisterin Claudia Klein lobte die Veranstaltung: «Dieser Weihnachtszirkus zeigt, wie kreativ und gemeinschaftlich unsere Stadt sein kann. Er bringt Menschen zusammen und schafft wertvolle Erinnerungen.»
Nach dem großen Erfolg planen die Veranstalter bereits die nächste Ausgabe für 2024. «Wir haben viele Ideen, wie wir das Konzept weiterentwickeln können», verrät Weber. «Aber der Kern bleibt: Die zeitlose Botschaft von Weihnachten auf eine frische, zugängliche Weise zu vermitteln.»
Der Weihnachtszirkus Düsseldorf bleibt noch bis zum 30. Dezember auf dem Staufenplatz. Neben dem Krippenspiel, das leider keine weiteren Aufführungen haben wird, gibt es ein vielfältiges Programm mit Zirkusvorstellungen, Workshops für Kinder und einem kleinen Weihnachtsmarkt.
Der Eintritt zum Krippenspiel war kostenlos, aber Spenden wurden für ein lokales Kinderhilfsprojekt gesammelt. Nach Angaben der Veranstalter kamen dabei über 3.500 Euro zusammen – ein zusätzlicher Grund zur Freude in der Weihnachtszeit.
«Diese Veranstaltung zeigt, dass Kultur verbindet», resümiert Kulturdezernent Dr. Michael Schmidt. «Sie macht deutlich, dass weihnachtliche Traditionen lebendig bleiben, wenn wir sie auf zeitgemäße Weise interpretieren und mit Herzblut umsetzen.»
Wer das Krippenspiel verpasst hat, kann zumindest einen Eindruck davon bekommen: Die lokale Künstlerin Sabine Meyer hat die Aufführung fotografisch dokumentiert. Eine Auswahl ihrer Bilder wird ab morgen in der Stadtbücherei ausgestellt.