Bei dem tragischen Unfall im Stuttgarter Weltweihnachtscircus am vergangenen Mittwoch wurden drei Artisten verletzt, als sie während ihrer Trapez-Darbietung «Flight of Passion» aus etwa fünf Metern Höhe stürzten. Mittlerweile gibt es erfreuliche Nachrichten: Der Zustand aller verletzten Künstler hat sich stabilisiert, und erste Rehabilitationsmaßnahmen haben bereits begonnen.
Die betroffenen Artisten stammen aus Kolumbien und gehören zur renommierten Truppe «Flight of Passion», die für ihre spektakulären Luftakrobatik-Nummern bekannt ist. Nach dem Unfall wurden sie umgehend in Stuttgarter Kliniken eingeliefert. Besonders schwer traf es eine Artistin, die mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus kam.
«Wir sind unendlich erleichtert, dass es den Verletzten besser geht», sagte Zirkusdirektor Henk Gassen. «Die Sicherheit unserer Artisten hat für uns höchste Priorität. Dieser Vorfall erschüttert uns alle zutiefst.»
Nach ersten Untersuchungen deutet alles auf einen technischen Defekt hin. Die Sicherheitsvorrichtungen, die bei solch gefährlichen Nummern standardmäßig verwendet werden, haben offenbar nicht wie vorgesehen funktioniert. Die genauen Umstände werden derzeit von Experten untersucht.
Trotz des Unfalls läuft das Programm des Weltweihnachtscircus weiter. Die Vorstellungen finden wie geplant statt, allerdings ohne die Nummer der «Flight of Passion»-Truppe. Die Zirkusleitung hat sofort reagiert und das Programm angepasst.
Die Anteilnahme aus der Bevölkerung ist groß. «Wir haben zahlreiche Genesungswünsche erhalten», berichtet Pressesprecher Michael Wilharm. «Diese Welle der Unterstützung ist beeindruckend und hilft den Verletzten und ihren Angehörigen in dieser schweren Zeit.»
Viele Zuschauer, die bei der Unglücksvorstellung anwesend waren, zeigten sich erschüttert, aber auch beeindruckt von der professionellen Reaktion des Zirkusteams. «Es war furchtbar mit anzusehen, aber das Notfallteam war sofort zur Stelle», berichtet eine Augenzeugin. «Die anderen Artisten haben trotz des Schocks versucht, die Kinder im Publikum zu beruhigen.»
Der Weltweihnachtscircus Stuttgart zählt zu den größten Winterzirkusveranstaltungen in Europa und lockt jährlich tausende Besucher an. Die aktuelle Spielzeit läuft noch bis zum 7. Januar.
Die Artistentruppe «Flight of Passion» gilt als eine der talentiertesten Luftakrobatik-Gruppen weltweit. Vor ihrem Engagement in Stuttgart traten sie bereits in renommierten Zirkussen in Frankreich, Spanien und Italien auf. Ihre Darbietung ohne Sicherheitsnetz gehört zu den Höhepunkten vieler Zirkusprogramme.
Die Zirkusleitung hat angekündigt, die verletzten Artisten während ihrer Genesung umfassend zu unterstützen. «Wir stehen in engem Kontakt mit den Familien und werden alles tun, um zu helfen», versichert Gassen. Auch die Kosten für medizinische Behandlungen und Rehabilitation werden vom Zirkus übernommen.
Experten für Zirkussicherheit betonen, dass solche Unfälle trotz strenger Sicherheitsvorkehrungen nie ganz auszuschließen sind. «Artistik auf diesem Niveau birgt immer Risiken», erklärt der Sicherheitsbeauftragte des Verbands Deutscher Zirkusunternehmen. «Aber durch regelmäßige Kontrollen und Trainings wird versucht, diese Risiken zu minimieren.»
Die Stuttgarter Bevölkerung hat bereits eine Spendenaktion für die verletzten Artisten ins Leben gerufen. «Die Solidarität ist überwältigend», so Wilharm. «Das zeigt, wie sehr der Weltweihnachtscircus den Stuttgartern am Herzen liegt.»