Der Winter zeigt sich derzeit in Deutschland von zwei völlig unterschiedlichen Seiten. Während der Norden mit extremen Schneefällen und Verkehrschaos kämpft, bleibt es in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet vergleichsweise ruhig.
In Hamburg und Schleswig-Holstein sorgen heftige Schneefälle seit gestern für erhebliche Beeinträchtigungen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor bis zu 40 Zentimetern Neuschnee in einigen Regionen. Zahlreiche Straßen sind unpassierbar, der Bahnverkehr ist stark eingeschränkt und am Hamburger Flughafen wurden bereits über 100 Flüge gestrichen.
«Diese Wetterlage ist für den Norden außergewöhnlich intensiv», erklärt Meteorologe Michael Hoffmann vom DWD. «In manchen Regionen fällt innerhalb weniger Stunden so viel Schnee wie sonst im ganzen Winter.»
Ganz anders sieht es in Frankfurt aus. Hier bleibt das Wetter mild und weitgehend trocken. Mit Temperaturen zwischen 4 und 8 Grad Celsius liegt die Mainmetropole deutlich über dem Gefrierpunkt. Zwar kann es vereinzelt zu leichten Regenschauern kommen, doch Schnee ist nicht in Sicht.
Die Stadtwerke Frankfurt haben dennoch vorsorglich ihre Winterdienste in Alarmbereitschaft versetzt. «Wir beobachten die Wetterentwicklung genau», sagt Peter Feldmann von der Straßenreinigung Frankfurt. «Falls die Temperaturen doch noch unter den Gefrierpunkt fallen sollten, sind wir vorbereitet.»
Diese unterschiedliche Wetterlage zwischen Nord und Süd ist auf eine besondere Konstellation zurückzuführen. Während kalte Polarluft über den Norden Deutschlands zieht, sorgen mildere Luftmassen aus dem Südwesten für die gemäßigten Temperaturen in Frankfurt und Umgebung.
Für Pendler und Reisende aus dem Rhein-Main-Gebiet bedeutet das eine Entwarnung im Nahbereich, aber mögliche Probleme bei Reisen in den Norden. Die Deutsche Bahn empfiehlt Reisenden, sich vor Fahrtantritt über mögliche Verspätungen und Ausfälle zu informieren.
Die Frankfurter Verkehrsgesellschaft meldet für den öffentlichen Nahverkehr bislang keine wetterbedingten Einschränkungen. Alle Busse und Bahnen fahren nach Plan.
Auch in den kommenden Tagen bleibt die Wetterlage in Frankfurt stabil. Die Vorhersagen zeigen Temperaturen zwischen 3 und 9 Grad, überwiegend bewölkten Himmel und gelegentliche leichte Regenschauer. Erst gegen Ende der Woche könnte es auch hier etwas kälter werden.
«Der Gegensatz zwischen Nord- und Süddeutschland wird uns noch einige Tage erhalten bleiben», prognostiziert Wetterexperte Hoffmann. «Während der Norden mit den Schneemassen kämpft, kommen wir im Rhein-Main-Gebiet mit einem blauen Auge davon.»
Für Winterfans in Frankfurt ist diese Nachricht vielleicht enttäuschend. Wer Schnee erleben möchte, muss entweder in den Norden reisen oder in höhere Lagen des Taunus ausweichen. Dort könnte es in den nächsten Tagen zumindest für eine dünne Schneedecke reichen.
Die Frankfurter Feuerwehr nutzt die ruhige Wetterlage, um ihre Wintereinsatzpläne zu überprüfen. «Wir sind froh, dass uns die extremen Bedingungen erspart bleiben», sagt Einsatzleiter Thomas Müller. «Unsere Gedanken sind bei den Kollegen im Norden, die derzeit im Dauereinsatz sind.»
Für die meisten Bewohner der Mainmetropole bedeutet das aktuelle Wetter vor allem eines: Kein Grund zur Sorge, aber ein wärmerer Mantel und ein Regenschirm sollten für die kommenden Tage bereitliegen.