Die Morgenstunden auf der A44 in Nordrhein-Westfalen wurden gestern zu einem unerwarteten Spektakel. Ein 60 Meter langer Windradflügel knickte während des Transports einfach ab. Der Koloss lag plötzlich quer über allen Fahrspuren.
Die Bilder, die mir Kollegen vom Unfallort schickten, wirkten surreal. Ein gigantisches weißes Element, das normalerweise hoch am Himmel rotiert, blockierte die komplette Autobahn zwischen Geseke und Erwitte/Anröchte. Die Polizei sperrte den Abschnitt umgehend. Autofahrer mussten stundenlang ausharren oder weiträumige Umleitungen nehmen.
«Solche Spezialtransporte sind minutiös geplant und eigentlich sehr sicher«, erklärt mir Werner Kallmeyer vom Verband der Windenergie. «Ein Materialversagen dieser Art ist äußerst selten.» Was genau zum Abknicken führte, untersuchen nun Experten. Der Schaden geht in die Hunderttausende.
Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem Windkraftingenieur letzten Sommer. «Die größte Herausforderung ist oft nicht die Montage, sondern der Transport«, sagte er damals. Wie recht er hatte. Die komplexe Logistik hinter der Energiewende zeigt sich selten so deutlich wie bei diesem Vorfall.
Erst nach intensiven Bergungsarbeiten konnte die Autobahn am Abend wieder freigegeben werden. Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die praktischen Herausforderungen der Energiewende. Manchmal liegt der Weg in eine grünere Zukunft buchstäblich quer.