Ein plötzlicher Kälteeinbruch hat München fest im Griff. Nach Wochen mit ungewöhnlich milden Temperaturen müssen sich die Münchnerinnen und Münchner nun auf winterliche Verhältnisse einstellen. Der Deutsche Wetterdienst prognostiziert für die kommenden Tage Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt und ergiebigen Schneefall in der Landeshauptstadt und im Umland.
«Nach dem milden Dezember kommt der Winter jetzt mit voller Wucht», erklärt Klaus Weber vom städtischen Winterdienst. «Unsere Teams sind seit den frühen Morgenstunden im Einsatz, um die wichtigsten Verkehrswege freizuhalten.» Bereits in der Nacht fielen die ersten Schneeflocken, und bis zum Nachmittag bildete sich eine geschlossene Schneedecke von etwa 10 Zentimetern in der Innenstadt.
Besonders betroffen vom Wintereinbruch ist der Münchner Nahverkehr. Die MVG meldet Verspätungen auf zahlreichen Bus- und Tramlinien. Auf den U-Bahn-Außenstrecken kommt es ebenfalls zu Verzögerungen. «Wir bitten alle Fahrgäste, mehr Zeit für ihre Wege einzuplanen und vorsichtig zu sein – besonders an Bahnsteigen und Haltestellen», so eine Sprecherin der Münchner Verkehrsgesellschaft.
Am Flughafen München mussten heute Vormittag mehrere Flüge gestrichen werden. Die Räumfahrzeuge arbeiten auf Hochtouren, um Start- und Landebahnen freizuhalten. Reisende werden gebeten, sich vor ihrer Fahrt zum Flughafen über den Status ihres Fluges zu informieren.
Für die Münchner Schulkinder bedeutet der Schneefall hingegen eine willkommene Abwechslung. In den Stadtparks und auf dem Olympiaberg tummeln sich bereits zahlreiche Familien mit Schlitten. «Endlich können die Kinder mal wieder richtig im Schnee spielen», freut sich Maria Schmidt, während ihre beiden Kinder am Luitpoldpark einen Schneemann bauen.
Die Stadtwerke München erinnern die Bürger daran, ihre Wasseranschlüsse vor Frost zu schützen. «Bei den erwarteten Temperaturen von bis zu minus 15 Grad in den kommenden Nächten besteht die Gefahr, dass ungeschützte Wasserleitungen einfrieren können», warnt ein Sprecher.
Der Winterdienst ist mit rund 800 Mitarbeitern und 300 Fahrzeugen im Einsatz. Zunächst werden die Hauptverkehrsstraßen, Zufahrten zu Krankenhäusern und Feuerwehrstationen sowie wichtige Fußgängerbereiche geräumt. Die Stadtverwaltung bittet um Verständnis, dass Nebenstraßen und Wohngebiete erst später an die Reihe kommen.
Oberbürgermeister Dieter Reiter appelliert an die Münchner, aufeinander zu achten: «Bitte helfen Sie älteren Nachbarn beim Schneeschieben oder Einkaufen. Und denken Sie an die gesetzliche Räum- und Streupflicht vor Ihren Häusern.»
Für Autofahrer gilt besondere Vorsicht. Die Polizei München verzeichnete seit dem frühen Morgen bereits über 40 witterungsbedingte Unfälle, glücklicherweise meist mit Blechschäden. «Wir empfehlen dringend, die Fahrweise den Bedingungen anzupassen und ausreichend Abstand zu halten«, betont Polizeisprecher Michael Huber.
Auch die kommenden Tage bleiben winterlich. Laut Wetterprognosen ist bis Ende der Woche mit weiteren Schneefällen zu rechnen, insgesamt könnten 20 bis 30 Zentimeter Neuschnee zusammenkommen. Die Höchsttemperaturen werden tagsüber kaum über minus 2 Grad steigen.
Für Winterfans gibt es auch gute Nachrichten: Die Loipen im Münchner Umland werden präpariert, und einige kleinere Skigebiete planen, ihren Betrieb aufzunehmen. Nach dem schneearmen Start in die Wintersaison kommt der Kälteeinbruch für sie genau zur rechten Zeit.
Die Stadt München hat eine Hotline für Fragen zum Winterdienst eingerichtet, die unter der Nummer 089-233-44600 erreichbar ist. Aktuelle Informationen zum Wetter und zur Verkehrslage gibt es auch auf der Website der Stadt.