Der Deutsche Wetterdienst hat für München und Umgebung eine dringende Warnung herausgegeben. Nach Wochen mit milden Temperaturen steht uns ein massiver Wintereinbruch bevor. Für Pendler und Schulkinder könnte der Wochenstart zur Herausforderung werden, da Glatteis und Schneefall den morgendlichen Verkehr erheblich beeinträchtigen könnten.
Bereits am Sonntagabend beginnt der Temperatursturz. Die Meteorologen erwarten einen Rückgang von derzeit noch angenehmen 10 Grad auf Werte um den Gefrierpunkt. «Besonders gefährlich wird die Situation in den frühen Morgenstunden des Montags, wenn Regen auf gefrorene Böden trifft und sofort zu Glatteis gefriert», erklärt Klaus Weber vom Deutschen Wetterdienst.
Die Stadtverwaltung München hat bereits reagiert und die Streufahrzeuge in Bereitschaft versetzt. «Unsere 200 Räumfahrzeuge stehen einsatzbereit. Wir beginnen mit dem Streuen der Hauptverkehrsadern bereits in der Nacht», so Michaela Langer von der Münchner Stadtreinigung. Trotzdem bittet sie alle Verkehrsteilnehmer um besondere Vorsicht.
Für die Münchner Stadtteile werden unterschiedlich starke Auswirkungen erwartet. Während in den höher gelegenen nördlichen Bereichen wie Freimann und Milbertshofen mit bis zu 10 Zentimetern Neuschnee gerechnet wird, dürfte es in der Innenstadt zunächst bei Regen und Schneematsch bleiben. Im Laufe des Montags sollen die Temperaturen jedoch weiter sinken, sodass auch hier mit Schneefällen zu rechnen ist.
Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) bereitet sich auf Einschränkungen vor. «Wir empfehlen allen Fahrgästen, am Montagmorgen mehr Zeit einzuplanen und sich vor Fahrtantritt über mögliche Verzögerungen zu informieren», rät Thomas Berger von der MVG. Besonders die Buslinien in den Außenbezirken könnten von Verspätungen betroffen sein.
Schulleiter überlegen bereits, ob der Unterricht am Montag regulär stattfinden kann. «Die Sicherheit unserer Schüler hat oberste Priorität. Wir beobachten die Wetterentwicklung genau und werden gegebenenfalls Distanzunterricht anordnen», erklärt Schuldirektorin Petra Müller von der Ludwig-Thoma-Realschule.
Für die Münchner Obdachlosenhilfe bedeutet der Kälteeinbruch einen Kraftakt. «Unsere Notunterkünfte sind bereits jetzt gut gefüllt. Wir stocken die Bettenzahl weiter auf und halten zusätzliche warme Mahlzeiten bereit», berichtet Sozialhelferin Claudia Hoffmann. Die Kältebusse der Stadt werden verstärkt unterwegs sein, um Menschen ohne festen Wohnsitz zu versorgen.
Der plötzliche Wintereinbruch ist laut Meteorologen Teil einer größeren Wetterveränderung. Eine stabile Hochdrucklage über Skandinavien lenkt eisige Polarluft nach Süddeutschland. «Nach den ungewöhnlich milden Wochen kommt jetzt der Winter mit voller Wucht», sagt Klimaforscher Dr. Martin Schneider. Die kalte Wetterphase soll mindestens bis Ende der Woche anhalten.
Die Stadtverwaltung appelliert an alle Hausbesitzer, ihrer Räum- und Streupflicht nachzukommen. Gehwege müssen werktags bis 7 Uhr, an Sonn- und Feiertagen bis 8 Uhr geräumt sein. Bei Verstößen drohen Bußgelder. «Jeder kann dazu beitragen, dass wir sicher durch diese Winterperiode kommen», betont Bürgermeisterin Katrin Habenschaden.
Für Wintersportfans gibt es immerhin einen Lichtblick: Die Loipen im Münchner Umland werden voraussichtlich ab Dienstag präpariert sein. Auch die nahen Skigebiete bereiten sich auf den ersten nennenswerten Schneefall der Saison vor. «Nach der langen Wartezeit können wir endlich mit dem Betrieb beginnen», freut sich Andreas Huber vom Skigebiet Spitzingsee.
Der Deutsche Wetterdienst rät allen Münchnern, die Wetterlage in den nächsten Tagen aufmerksam zu verfolgen. Aktuelle Warnmeldungen werden stündlich aktualisiert und können auf der Website des DWD abgerufen werden.