Am Sonntagmorgen wurden die Bewohner eines Mehrfamilienhauses im Hamburger Stadtteil Lurup durch Feueralarm aus dem Schlaf gerissen. In einer Wohnung im dritten Stock war ein Brand ausgebrochen, der schnell für Gefahr sorgte. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an.
Gegen 7:30 Uhr bemerkten Anwohner Rauch und alarmierten die Rettungskräfte. Als die ersten Einsatzfahrzeuge eintrafen, drang bereits dichter Qualm aus mehreren Fenstern des Gebäudes. Einige Bewohner hatten sich zu diesem Zeitpunkt schon selbstständig in Sicherheit gebracht, andere wurden von den Einsatzkräften aus dem verrauchten Gebäude geführt.
«Wir mussten schnell handeln. Die Rauchentwicklung war erheblich und stellte eine akute Gefahr für die Hausbewohner dar», erklärte Einsatzleiter Torsten Schmidt. Die Feuerwehrleute gingen mit Atemschutzgeräten in das Gebäude, um nach weiteren Personen zu suchen.
Zwei Menschen erlitten bei dem Brand Verletzungen. Eine 42-jährige Frau wurde mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Ein 56-jähriger Mann erlitt leichte Brandverletzungen an den Händen, als er noch versuchte, das Feuer selbst zu löschen. Er wurde vor Ort vom Rettungsdienst behandelt.
Die betroffene Wohnung brannte nahezu vollständig aus. Auch die benachbarten Wohneinheiten erlitten Schäden durch Rauch und Löschwasser. Insgesamt mussten 14 Personen ihre Wohnungen verlassen. Die Stadt Hamburg stellte Notunterkünfte für diejenigen bereit, die vorübergehend nicht in ihre Wohnungen zurückkehren konnten.
Nach etwa zwei Stunden hatten die Einsatzkräfte den Brand unter Kontrolle. Die Nachlöscharbeiten dauerten jedoch bis in den Mittag hinein an. Insgesamt waren 45 Feuerwehrleute und mehrere Rettungswagen im Einsatz.
Die Ursache des Feuers ist noch unklar. Brandermittler der Polizei haben ihre Arbeit aufgenommen, um den Auslöser festzustellen. Nach ersten Einschätzungen könnte ein technischer Defekt an einem Elektrogerät das Feuer verursacht haben. Der Sachschaden wird auf etwa 150.000 Euro geschätzt.
Für die anderen Hausbewohner, die in ihre Wohnungen zurückkehren konnten, gab die Feuerwehr wichtige Hinweise. «Lüften Sie gründlich, auch wenn Sie keinen Rauchgeruch mehr wahrnehmen», riet Feuerwehrsprecher Jan Müller. «Und prüfen Sie unbedingt die Funktionsfähigkeit Ihrer Rauchmelder.»
Dieser Vorfall unterstreicht wieder einmal die Wichtigkeit von Rauchmeldern in Wohnungen. Sie können Leben retten, indem sie frühzeitig auf Brandgefahren aufmerksam machen. In Hamburg sind Rauchmelder seit 2010 in allen Wohnungen Pflicht.
Die Nachbarschaftshilfe in Lurup zeigte sich nach dem Brand besonders stark. Anwohner boten den Betroffenen spontan Unterkunft, Kleidung und Unterstützung an. Der Bürgerverein Lurup hat bereits angekündigt, eine Spendenaktion für die vom Brand betroffenen Familien zu organisieren.