Bei einer Vorstellung des Zirkus Roncalli in Stuttgart kam es am Wochenende zu einem dramatischen Unfall. Zwei Artisten stürzten während ihrer Akrobatiknummer aus großer Höhe und verletzten sich schwer. Das Publikum erlebte den Vorfall hautnah mit.
Der Unfall ereignete sich während einer Abendvorstellung in Stuttgart, als das Artisten-Duo seine Nummer in mehreren Metern Höhe ohne Sicherungsnetz präsentierte. Nach Augenzeugenberichten geschah der Sturz plötzlich und unerwartet, als eine der Haltevorrichtungen nachgab.
«Es war ein Moment absoluter Stille, bevor das Entsetzen einsetzte», berichtet eine Zuschauerin, die mit ihrer Familie in der dritten Reihe saß. «Besonders die Kinder waren völlig geschockt. Niemand hatte mit so etwas gerechnet.»
Die Vorstellung wurde sofort unterbrochen. Das Zirkuspersonal reagierte schnell und professionell. Sanitäter, die bei jeder Vorstellung anwesend sind, leisteten umgehend Erste Hilfe, während das Publikum gebeten wurde, den Zirkus ruhig zu verlassen.
Die beiden verunglückten Artisten wurden mit Rettungswagen in ein nahegelegenes Krankenhaus transportiert. Nach Angaben der Zirkusleitung befinden sie sich in stabilem Zustand. «Beide haben mehrere Knochenbrüche erlitten, schweben aber nicht in Lebensgefahr», teilte ein Sprecher des Zirkus mit.
Die Polizei hat Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen. Erste Untersuchungen deuten auf einen technischen Defekt an der Haltevorrichtung hin. «Wir nehmen solche Vorfälle äußerst ernst und arbeiten vollständig mit den Behörden zusammen», erklärte die Zirkusleitung.
Der Zirkus Roncalli ist bekannt für seine aufwendigen und kunstvollen Akrobatiknummern. Sicherheit hat dabei laut eigenen Angaben stets höchste Priorität. «In unserer 40-jährigen Geschichte ist es der erste Unfall dieser Art», betonte der Zirkusdirektor.
Nach einer vorübergehenden Pause von zwei Tagen will der Zirkus seine Vorstellungen in Stuttgart fortsetzen – allerdings vorerst ohne die verunglückte Nummer. Den verletzten Artisten wurde ein spezielles Genesungsprogramm zugesichert.
Psychologische Betreuung wurde nicht nur für die verletzten Künstler, sondern auch für das restliche Ensemble und betroffene Zuschauer angeboten. Besonders für Kinder kann das Miterleben eines solchen Unfalls belastend sein.
Obwohl moderne Zirkusshows zu den sichersten Unterhaltungsformen zählen, erinnert der Vorfall daran, dass bei artistischen Darbietungen in großer Höhe immer ein Restrisiko bleibt. Experten betonen jedoch, dass schwere Unfälle bei professionellen Zirkusvorstellungen äußerst selten sind.
Besucher mit Tickets für die ausgefallenen Vorstellungen können diese zurückgeben oder für spätere Termine umtauschen. Der Zirkus hat eine Hotline für Fragen eingerichtet und bittet um Verständnis für die notwendigen Änderungen im Programm.
Die Stuttgarter Veranstaltungsszene zeigt sich betroffen. «Unser ganzes Mitgefühl gilt den verletzten Künstlern und allen Betroffenen», sagte eine Sprecherin des Stuttgarter Kulturamts.