Die letzten Wochen des Jahres bringen sie verlässlich zurück – die Diskussionen über Feuerwerk, Sicherheit und Tradition. In meinem Briefkasten fand ich gestern eine Warnung des Zolls, die mich aufhorchen ließ. Illegale Böller aus dem Ausland fluten derzeit den deutschen Markt. Das Problem scheint größer als in vergangenen Jahren.
«Diese Sprengkörper können lebensgefährlich sein«, erklärt Frank Buckenhofer von der Zollgewerkschaft im Gespräch. «Wir beschlagnahmen täglich Pakete mit nicht zugelassenen Feuerwerkskörpern.» Die Einfuhr erfolgt meist über Online-Bestellungen aus Polen, Tschechien und sogar Asien. Ohne Prüfsiegel und mit unberechenbarer Sprengkraft. Vergangenes Silvester erlebte ich selbst, wie ein vermeintlich harmloser Böller einen Meter neben mir einen kleinen Krater in den Asphalt sprengte.
Das Hauptproblem: Viele Käufer wissen nicht, dass sie sich strafbar machen. Der Besitz nicht zugelassener Pyrotechnik ist kein Kavaliersdelikt, sondern kann mit hohen Geldstrafen oder sogar Freiheitsentzug geahndet werden. Zusätzlich steigt das Verletzungsrisiko dramatisch. Jährlich behandeln Kliniken hunderte schwere Hand- und Augenverletzungen.
Kultur und Tradition sind wichtig. Doch der kurze Moment des Staunens sollte niemals unsere Gesundheit gefährden. Während ich diese Zeilen schreibe, denke ich an die kommende Silvesternacht. Sie wird wieder laut und bunt. Hoffentlich auch sicher. Die Entscheidung dafür treffen wir alle – jetzt beim Kauf unserer Silvesterböller.