Die Suche nach einem neuen Sechser für den 1. FC Köln gleicht in dieser Transferperiode einer langen und steinigen Reise. Während die Tage bis zum Ende des Transferfensters unaufhaltsam vergehen, spitzt sich die Lage für Sportvorstand Thomas Kessler und sein Team immer weiter zu. Das erklärte Ziel, bis zum kommenden Wochenende eine Lösung für die zentrale Defensivposition zu präsentieren, steht. Doch der Weg dorthin war geprägt von Absagen, verpassten Gelegenheiten und der harten Realität des Marktes.
Angefangen hat alles mit großen Ambitionen. Köln wagte früh im Sommer einen Vorstoß bei Edson Álvarez. Der Kapitän der mexikanischen Nationalmannschaft war mit West Ham United abgestiegen und damit prinzipiell für einen Wechsel offen. Über Tim Steidten, der gute Kontakte zum Spieler pflegt, versuchte der FC, ihn für das Projekt zu begeistern. Am Ende war das Gesamtpaket aus Ablöse und Gehalt jedoch nicht zu stemmen. Álvarez wird stattdessen wohl beim FC-Testgegner Real Sociedad San Sebastián landen.
Diese Absage war symptomatisch für den gesamten Sommer. Zuvor hatte bereits Routinier Rani Khedira eine Rückkehr in die Bundesliga abgelehnt. Ihm hatte man bei Union Berlin die Führungsrolle im Mittelfeld zugetraut. Auch beim Versuch, Vinicius Souza vom VfL Wolfsburg zu verpflichten, schob der Verein früh einen Riegel vor. Eine Enttäuschung folgte auf die nächste, und mit jedem verstreichen Tag wuchs der Druck, überhaupt noch einen Spieler für diese Schlüsselposition zu finden.
In dieser angespannten Situation rückt nun ein bekannter Name wieder in den absoluten Fokus: Ellyes Skhiri. Der ehemalige FC-Profi, der den Verein 2023 in Richtung Frankfurt verlassen hatte, liegt laut internen Informationen in der Pole Position. Der Poker um eine Rückkehr des Tunesiers läuft bereits seit Wochen heiß. Anfängliche Bedenken des Spielers scheinen sich inzwischen gelegt zu haben. Beide Seiten haben sich extrem angenähert, wie aus Vereinskreisen verlautet. Ein Abschluss steht zwar unmittelbar bevor, ist aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht final unterzeichnet.
Genau diese Unsicherheit zwingt die Kölner Verantwortlichen dazu, weiterhin Alternativen im Blick zu behalten. Man kann es sich nach den vielen Rückschlägen schlichtweg nicht leisten, alle Eier in einen Korb zu legen. Und so taucht auf der Notfallliste ein Name aus der 2. Bundesliga auf: Eric Smith vom FC St. Pauli.
Der 29-jährige Schwede sucht nach dem Abstieg der Kiezkicker eine neue sportliche Herausforderung. Bislang hat sich jedoch noch kein Verein, der an ihm interessiert war, zu einer konkreten und für alle Seiten passenden Offerte durchgerungen. Das könnte sich nun ändern. Wie das „Hamburger Abendblatt“ berichtet, haben mehrere Clubs, darunter der 1. FC Köln, den defensiven Mittelfeldspieler als Alternative zu ihrer jeweils favorisierten Lösung ausgemacht.
Die Statistiken der jungen Saison sprechen eine deutliche Sprache. Unter dem neuen St. Pauli-Trainer Marcel Rapp kam Smith an den ersten beiden Spieltagen der 2. Liga nicht über die Rolle eines Ersatzspielers hinaus. Insgesamt stehen nur 31 Einsatzminuten zu Buche. Für einen Spieler, der in der vergangenen Bundesliga-Saison noch 29 Mal von Beginn an auf dem Platz stand und als stabiler Abräumer im Zentrum galt, ist das eine überraschende Entwicklung. Sie deutet darauf hin, dass ein Wechsel für alle Beteiligten sinnvoll erscheint.
Doch wäre Eric Smith die richtige Lösung für die Geißbocke? Innerhalb des Vereins herrscht hier eine klare Einschätzung vor. Im Vergleich zu den anderen Namen, die über den Sommer in Köln gehandelt wurden:
- Álvarez
- Khedira
- Rückkehrer Skhiri
- Vinicius Souza
- Eric Smith
- Tim Steidten
würde die Verpflichtung des Schweden als Notlösung betrachtet. Die Position des Sechsers ist im Spielsystem von Trainer Timo Schultz von existenzieller Bedeutung. Sie ist das Fundament, von dem aus das offensive Spiel aufgebaut wird, und der erste Bremsklotz bei gegnerischen Angriffen. Hier einfach nur irgendwen zu verpflichten, würde den eigenen Ansprüchen und der Wichtigkeit der Rolle nicht gerecht werden.
Die Verantwortlichen um Thomas Kessler stehen also vor einer fundamentalen Entscheidung. Gelingt in den nächsten Stunden der große Wurf und die Rückholaktion von Ellyes Skhiri? Oder muss man, um überhaupt handlungsfähig zu bleiben, auf den Plan B zurückgreifen und Eric Smith verpflichten? Die Zeit drängt unerbittlich. Für die Fans bedeutet diese Transfer-Hängepartie vor allem eines: Nervenflattern. Sie hoffen, dass der Verein am Ende nicht nur einen Spieler, sondern den richtigen Spieler für das Herzstück der Mannschaft präsentieren kann. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die lange Reise mit einem Ziel oder nur mit einem Notnagel endet.
| Name | Verein | Status |
|---|---|---|
| Edson Álvarez | Real Sociedad | Abgelehnt |
| Rani Khedira | Union Berlin | Abgelehnt |
| Vinicius Souza | VfL Wolfsburg | Nicht verfügbar |
| Ellyes Skhiri | 1. FC Köln | In Verhandlung |
| Eric Smith | FC St. Pauli | Alternativlösung |