In Düsseldorf-Eller tut sich etwas Großes. Ein Stück Brachfläche an der Festenbergstraße verwandelt sich gerade in ein ganzes neues Stadtviertel mit 259 Wohnungen. Für viele Düsseldorfer, die dringend eine bezahlbare und moderne Wohnung suchen, könnte das ein Lichtblick sein. Während der symbolische Grundstein erst diese Woche gelegt wurde, stehen die Bagger hier schon länger. Seit 2021 gehört das ehemalige Industriegelände dem Wohnungsunternehmen Vivawest, die konkrete Bauplanung begann vor knapp zwei Jahren. Dass Oberbürgermeister Stephan Keller nun persönlich vor Ort war, zeigt die politische Bedeutung des Projekts: Wohnraum zu schaffen ist eine der dringlichsten Aufgaben der Stadtverwaltung.
Die Fakten sind vielversprechend. Auf über 17.000 Quadratmetern entstehen bis Mitte 2028 insgesamt 18 Mehrfamilienhäuser mit sechs Stockwerken. Die Bandbreite der Wohnungen reicht von kompakten 28-Quadratmeter-Appartements für Singles bis hin zu großzügigen 117-Quadratmeter-Wohnungen für Familien. Besonders wichtig: Jedes Haus wird von Anfang an barrierefrei mit einem Aufzug erschlossen. Das ist eine bewusste Entscheidung, um auch älteren Menschen oder Familien mit Kinderwagen das Leben zu erleichtern. Etwas weniger als die Hälfte der Wohnungen – genau 116 Stück – werden öffentlich gefördert. Das bedeutet, dass ihre Mieten gedeckelt sind und sich nach dem Einkommen der Mieter richten. Für den sozialen Zusammenhalt im Viertel ist diese Mischung aus frei finanzierten und geförderten Wohnungen entscheidend. Niemand soll das Gefühl haben, in ein „Armenviertel“ oder ein abgeschottetes Luxusquartier zu ziehen.
- 259 neue Wohnungen
- 18 Mehrfamilienhäuser mit sechs Stockwerken
- 28-Quadratmeter-Appartements für Singles
- 117-Quadratmeter-Wohnungen für Familien
- 116 öffentlich geförderte Wohnungen
- Barrierefreier Zugang über Aufzüge
Noch sind die genauen Mietpreise nicht bekannt. Die Vermarktung beginnt erst im Herbst 2027, etwa ein Jahr vor dem geplanten Erstbezug. Interessenten müssen sich also noch etwas gedulden. Dennoch gibt es einige Anhaltspunkte. Die Gebäude werden alle nach dem energetisch anspruchsvollen KfW-55-Standard gebaut und mit umweltfreundlichen Luft-Wasser-Wärmepumpen beheizt. Das spart langfristig Heizkosten und schont das Klima. Für Autos stehen 158 Plätze in einer Tiefgarage und 57 weitere im Freien zur Verfügung. Die Hälfte der Tiefgaragenplätze ist schon jetzt mit der nötigen Infrastruktur für Elektroautos ausgestattet – ein kluger Blick in die Zukunft.
| Infrastruktur | Anzahl |
|---|---|
| Tiefgaragenplätze | 158 |
| Parkplätze im Freien | 57 |
| Öffentlich geförderte Wohnungen | 116 |
| Apartment-Größe für Singles | 28 m² |
| Familienwohnungen | 117 m² |
| Kita Plätze | 78 |
Parallel zum Wohnungsbau entsteht bereits die soziale Infrastruktur. Nur einen kurzen Fußweg entfernt, an der Oelser Straße 18, steht seit kurzem die neue Kita „Blauer Elefant“. In der modularen Bauweise wurde sie in weniger als einem Jahr fertiggestellt. Der Ortsverband des Kinderschutzbundes Düsseldorf wird hier ab dem kommenden Betreuungsjahr bis zu 78 Kinder betreuen. Die Einrichtung mit ihrem großen, 1000 Quadratmeter großen Außengelände ist nicht nur für die künftigen Familien des Quartiers ein großer Gewinn. Sie entlastet auch die angespannte Kita-Landschaft im gesamten Stadtteil Eller.
„Die ersten Lebensjahre sind entscheidend“, sagt Hauke Duckwitz, Vorstandsvorsitzender des Kinderschutzbundes vor Ort. „Wir wollen den Kindern einen sicheren Ort geben, an dem sie neugierig sein und ihre Stärken entdecken können.“ Diese Philosophie passt gut zu dem, was das gesamte Quartier werden soll: Ein lebendiger, durchmischter und gut angebundener Stadtteil, in dem Menschen aller Generationen und mit unterschiedlichen Hintergründen gut zusammenleben können. Die Nähe zum Eller Schlosspark und die gute Anbindung an die S-Bahn (Bahnhof Düsseldorf-Eller) machen den Standort zusätzlich attraktiv.
Das Projekt in Eller ist ein Beispiel dafür, wie sich die Stadt Düsseldorf den wachsenden Herausforderungen des Wohnungsmarkts stellt. Es zeigt aber auch die langen Vorlaufzeiten solcher Vorhaben. Von der ersten Planung bis zum Einzug der ersten Mieter können leicht sieben oder acht Jahre vergehen. Für die vielen Menschen, die heute schon eine Wohnung suchen, ist das keine kurzfristige Hilfe. Dennoch ist jeder neue, klimafreundlich gebaute und sozial durchmischte Wohnblock ein Schritt in die richtige Richtung. Es ist ein Zeichen dafür, dass trotz aller Schwierigkeiten neuer Wohnraum entstehen kann – wenn die Politik die Rahmenbedingungen setzt und Unternehmen wie Vivawest investieren.
Wer sich für eine der Wohnungen interessiert, sollte ab Ende 2027 die Webseiten von Vivawest im Auge behalten. Dann wird klar, wie hoch die Mieten tatsächlich ausfallen und wie man sich bewerben kann. Bis dahin wächst in Eller Stück für Stück ein neues Zuhause für mehrere hundert Düsseldorferinnen und Düsseldorfer heran.