Article – Berlin erlebte am Montag einen erschreckenden Vorfall. Drei Männer, die sich als Polizisten ausgaben, versuchten einen 34-Jährigen in Berlin-Mitte zu entführen. Die Kriminalstatistik zeigt, dass Trickbetrug mit falschen Polizisten in der Hauptstadt im letzten Jahr um 15 Prozent zugenommen hat.
Die Täter näherten sich dem Mann gegen 18 Uhr in der Nähe des Alexanderplatzes. Sie zeigten gefälschte Dienstausweise und behaupteten, er müsse zu einer Vernehmung mitkommen. Als sie ihn in ein ziviles Fahrzeug drängen wollten, wurde er misstrauisch und leistete Widerstand.
«Diese Masche wird immer dreister», erklärt Kriminaloberrat Weber von der Berliner Polizei. «Echte Polizeibeamte können sich immer mit einem Dienstausweis legitimieren und rufen niemals Bargeld oder Wertsachen ab.»
Ein Passant bemerkte die Situation und alarmierte über Notruf die echte Polizei. Die Täter flüchteten daraufhin. Zwei Verdächtige konnten später festgenommen werden, nach dem dritten wird noch gefahndet.
Als langjährige Beobachterin solcher Vorfälle in Berlin fällt mir auf, dass die Täter immer professioneller vorgehen. Die nachgemachten Ausweise wirken täuschend echt, die Kleidung ist unauffällig.
Die Polizei rät allen Berlinern zur Vorsicht. Bei Zweifeln sollte man sich die Dienstnummer notieren und unter 110 die Echtheit überprüfen. Der Fall wird nun vom Landeskriminalamt untersucht. Die Entschlossenheit der Behörden zeigt, wie ernst diese neue kriminelle Entwicklung in unserer Stadt genommen wird.