Als ich diese Woche die ersten Krokusse im Stadtpark sah, dachte ich unweigerlich an Neuanfänge. Ähnlich sprießen derzeit auch die Immobilienpreise wieder. Nach einer kurzen Verschnaufpause im Markt zeigt der Trend nun deutlich nach oben. Experten prognostizieren bis 2026 kontinuierlich steigende Preise. Die Hoffnung vieler Kaufinteressenten auf ein Ende der Preisspirale scheint sich nicht zu erfüllen.
Der Hauptgrund liegt auf der Hand: In Ballungsräumen fehlen schlicht Wohnungen. Die Bautätigkeit hat sich wegen hoher Kosten drastisch verlangsamt. Gleichzeitig steigt die Nachfrage ungebremst. Prof. Michael Voigtländer vom Institut der deutschen Wirtschaft bringt es auf den Punkt: «Wir sehen eine strukturelle Unterversorgung mit Wohnraum, die den Preisdruck langfristig aufrechterhält.»
Besonders angespannt bleibt die Lage in München, Hamburg und Berlin. Aber auch mittelgroße Städte mit guter Infrastruktur ziehen nach. Letzte Woche besichtigte ich eine 90-Quadratmeter-Wohnung am Stadtrand von Darmstadt. Der Makler berichtete von sieben Interessenten am ersten Tag. Bei meinem Besuch vor drei Jahren war die Situation noch entspannter.
Für Kaufinteressenten bedeutet das: Abwarten lohnt sich vermutlich nicht. Die Preise werden weiter steigen, wenn auch moderater als im Boom bis 2021. Wer ein passendes Objekt findet und die Finanzierung stemmen kann, sollte zugreifen. Denn wie meine Oma schon sagte: «Grundstücke machen sie nicht mehr.» Eine Weisheit, deren Bedeutung in diesen Zeiten wieder ganz neu auflebt.