Ein neues Zentrum für jüdisches Leben und interkulturellem Dialog entsteht derzeit im Herzen unserer Stadt. Die Jüdische Akademie Frankfurt soll 2026 ihre Türen öffnen und verspricht ein wichtiger Ort der Begegnung zu werden.
Das Großprojekt nimmt konkrete Formen an. Nach Jahren der Planung hat der Bau am Frankfurter Mainufer begonnen. Die moderne Akademie entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft zum Jüdischen Museum und wird die kulturelle Landschaft Frankfurts bedeutend bereichern.
«Die Jüdische Akademie wird ein Ort sein, an dem Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religionen zusammenkommen, um miteinander ins Gespräch zu kommen», erklärt Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. «In Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Spannungen brauchen wir solche Orte des Dialogs mehr denn je.»
Das moderne Gebäude wird auf etwa 3.000 Quadratmetern Platz für Veranstaltungen, Bildungsprogramme und Ausstellungen bieten. Die Architektur verbindet Tradition mit modernen Elementen – große Glasfronten symbolisieren Offenheit, während die Struktur an historische jüdische Bauten erinnert.
Mit Kosten von rund 34,5 Millionen Euro ist die Akademie ein bedeutendes Kulturprojekt. Die Finanzierung teilen sich der Bund, das Land Hessen und die Stadt Frankfurt. «Diese gemeinsame Anstrengung zeigt, welche Bedeutung die Politik dem jüdischen Leben in Deutschland beimisst», betont Kulturdezernentin Ina Hartwig.
Die Akademie wird nicht nur für die jüdische Gemeinschaft wichtig sein. Sie soll allen Frankfurtern offenstehen und Angebote für Schulklassen, Studierende und Kulturinteressierte bieten. Geplant sind Vorträge, Workshops, Konzerte und interreligiöse Veranstaltungen.
Besonders in der heutigen Zeit erhält das Projekt zusätzliche Bedeutung. «Angesichts zunehmender antisemitischer Vorfälle ist es wichtiger denn je, jüdisches Leben sichtbar zu machen und Begegnungen zu ermöglichen», erklärt Daniel Botmann, Geschäftsführer des Zentralrats der Juden.
Die Bauarbeiten liegen bisher im Zeitplan. Nach der Grundsteinlegung im vergangenen Jahr schreiten die Arbeiten zügig voran. Die Eröffnung ist für Frühjahr 2026 geplant und soll mit einem mehrtägigen Festival gefeiert werden.
Für Frankfurt bedeutet die Akademie eine weitere Stärkung als Zentrum jüdischen Lebens in Deutschland. Mit dem Jüdischen Museum, der größten jüdischen Gemeinde Hessens und nun der Akademie unterstreicht die Stadt ihre besondere Rolle in der jüdischen Kulturlandschaft.
«Wir schaffen hier einen Ort, der in die Zukunft weist», sagt Projektleiterin Sarah Goldmann. «Die Akademie wird zeigen, dass jüdisches Leben in Deutschland lebendig, vielfältig und ein selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft ist.»
Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef sieht in dem Projekt auch einen wichtigen Beitrag zur Stadtentwicklung: «Die Jüdische Akademie wird das kulturelle Angebot am Mainufer erweitern und einen neuen Anziehungspunkt schaffen. Sie steht für ein weltoffenes Frankfurt, das aus seiner Geschichte lernt und in die Zukunft blickt.»
Interessierte können die Baufortschritte bereits jetzt beobachten. Eine Informationstafel am Bauzaun erklärt das Projekt, und auf der Website der jüdischen Gemeinde finden sich regelmäßige Updates zum Baufortschritt.
Die Vorfreude in der Stadt ist spürbar. Viele Frankfurter verfolgen die Entstehung mit Interesse und sehen der Eröffnung 2026 mit Spannung entgegen. Die Jüdische Akademie verspricht nicht nur architektonisch, sondern auch kulturell ein Highlight zu werden.