In Frankfurt-Sachsenhausen wurde ein 56-jähriger Busfahrer am Dienstagabend Opfer einer gewalttätigen Attacke. Der Vorfall ereignete sich gegen 19:30 Uhr an der Haltestelle «Wendelsweg», als drei Männer den Fahrer zunächst beleidigten und dann körperlich angriffen.
Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei stieg das Trio in den Bus der Linie 30 ein, ohne einen gültigen Fahrschein vorzuzeigen. Als der Busfahrer die Männer auf die fehlenden Tickets ansprach, reagierten diese sofort aggressiv. Die Situation eskalierte schnell.
«Die drei Männer umringten den Fahrer in seinem Fahrerhaus und begannen, ihn zu beschimpfen», berichtet Polizeisprecherin Carolin Hillner. «Als der 56-Jährige versuchte, die Situation zu beruhigen, schlugen die Täter plötzlich auf ihn ein.»
Die Angreifer versetzten dem Busfahrer mehrere Faustschläge ins Gesicht. Als er zu Boden ging, traten sie weiter auf ihn ein. Erst als andere Fahrgäste einschritten und laut um Hilfe riefen, ließen die Täter von ihrem Opfer ab und flüchteten in Richtung Sachsenhäuser Warte.
Der Busfahrer erlitt bei dem Angriff erhebliche Gesichtsverletzungen und musste mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Nach ambulanter Behandlung konnte er die Klinik wieder verlassen, ist jedoch vorerst arbeitsunfähig.
«Solche Übergriffe auf unser Personal nehmen wir sehr ernst», erklärt Thomas Schmidt, Sprecher der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF). «Wir stehen im engen Kontakt mit dem Betroffenen und bieten ihm psychologische Unterstützung an.» Die VGF verzeichnete im vergangenen Jahr insgesamt 64 tätliche Angriffe auf Fahrpersonal – ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr.
Die Täter werden wie folgt beschrieben: Alle drei Männer waren zwischen 20 und 30 Jahre alt. Der Haupttäter trug eine auffällige rote Jacke und hatte kurze dunkle Haare. Seine beiden Begleiter waren dunkel gekleidet, einer von ihnen hatte einen Kinnbart.
Die Frankfurter Polizei bittet dringend um Mithilfe der Bevölkerung. «Wir suchen Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben oder Hinweise zu den Tätern geben können», so Polizeisprecherin Hillner. Personen mit sachdienlichen Informationen werden gebeten, sich mit dem 8. Polizeirevier unter der Telefonnummer 069/755-10800 in Verbindung zu setzen.
Der Frankfurter Gewerkschaftsverband hat den Angriff scharf verurteilt. «Busfahrer sorgen täglich für die Mobilität tausender Menschen und verdienen Respekt statt Gewalt», betonte Gewerkschaftsvertreter Michael Weber. «Wir fordern verstärkte Schutzmaßnahmen für das Fahrpersonal.»
Die Polizei wertet nun Videoaufnahmen aus den Überwachungskameras des Busses aus und hofft, die Täter bald identifizieren zu können. Gegen die Männer wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.