Die Winterperiode in Hamburg neigt sich dem Ende zu, doch zum Abschied hat sie der Stadt noch einmal alles abverlangt. Nach Tagen mit Minusgraden und glatten Straßen sorgte ein besonderes Ereignis am frühen Morgen für Aufsehen: Eine Frau brachte ihr Kind in einem steckengebliebenen Auto zur Welt.
Es war kurz nach vier Uhr morgens, als der Notruf bei der Hamburger Feuerwehr einging. Eine hochschwangere Frau und ihr Partner waren auf dem Weg ins Krankenhaus, als ihr Fahrzeug auf der vereisten Straße in Barmbek nicht mehr weiterkam. «Die Geburt war bereits im Gange und konnte nicht mehr aufgehalten werden», erklärt Einsatzleiter Jens Mahler. Die herbeigerufenen Sanitäter leisteten sofort Hilfe und unterstützten die Geburt direkt im Fahrzeug.
Mutter und Kind sind wohlauf und wurden nach der Erstversorgung in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht. «Das war definitiv nicht der Plan, aber alles ist gut gegangen», berichtete der erleichterte Vater später den Einsatzkräften. Die kleine Emma kam bei minus drei Grad Celsius zur Welt – eine Hamburger Wintergeschichte, die noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Die Straßensituation bleibt unterdessen angespannt. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor anhaltender Glättegefahr in der gesamten Hansestadt. «Besonders in den frühen Morgenstunden haben wir gefährliche Straßenverhältnisse», bestätigt Polizeisprecher Timo Schröder. Seit gestern Abend zählte die Polizei stadtweit 47 glättebedingte Unfälle, glücklicherweise meist mit Blechschäden.
Die Hamburger Stadtreinigung ist seit Tagen im Dauereinsatz. «Unsere Streufahrzeuge sind rund um die Uhr unterwegs», sagt Andree Müller von der Stadtreinigung Hamburg. Allein in den letzten drei Tagen wurden 850 Tonnen Streusalz auf Hamburgs Straßen verteilt. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Hauptverkehrsadern und Bereichen vor öffentlichen Einrichtungen.
Trotz aller Bemühungen kam es zu erheblichen Beeinträchtigungen im öffentlichen Nahverkehr. Mehrere Buslinien mussten ihre Routen ändern oder zeitweise den Betrieb einstellen. «Die Sicherheit unserer Fahrgäste und Fahrer hat absolute Priorität», betont HVV-Sprecherin Silke Weber. Der U-Bahn- und S-Bahn-Verkehr lief weitgehend stabil, allerdings mit vereinzelten Verspätungen.
Für die kommenden Tage kündigt sich jedoch eine deutliche Wetterbesserung an. «Die Frostperiode ist praktisch vorbei», erklärt Meteorologe Stefan Kreibohm vom Deutschen Wetterdienst. Ab Donnerstag werden in Hamburg Temperaturen im positiven Bereich erwartet, am Wochenende könnte das Thermometer sogar auf bis zu 10 Grad steigen.
Die Winterdienste bleiben dennoch in Bereitschaft. «Der Übergang kann tückisch sein», warnt Kreibohm. Wenn Schnee schmilzt und die Temperaturen nachts noch unter den Gefrierpunkt fallen, entstehe besonders gefährliche Glätte. Anwohner werden gebeten, weiterhin vorsichtig zu sein und besonders auf älteren Menschen in ihrer Nachbarschaft zu achten.
Nach dieser intensiven Kältephase freuen sich viele Hamburger auf mildere Tage. «Es war anstrengend, aber der Winter gehört dazu», meint Marion Petersen, die täglich mit ihrem Hund am Elbstrand spazieren geht. «Und Geschichten wie die Geburt im Auto zeigen, dass auch in schwierigen Situationen Wunderbares passieren kann.»
Die kleine Emma wird später einmal eine ganz besondere Geschichte über ihre Geburt erzählen können – eine, die zeigt, dass das Hamburger Winterfinale 2024 nicht nur von Glätte und Kälte, sondern auch von einem kleinen Wunder geprägt war.