Die Geduldsproben des Pendleralltags kennen wir alle. Nun steht im Rheinland eine besonders harte bevor: Die wichtige Bahnstrecke zwischen Köln und Hagen wird ab Juni für volle fünf Monate gesperrt. Ein Sanierungsprojekt, das für viele Berufspendler und Reisende massive Umstellungen bedeutet. Die Deutsche Bahn investiert 75 Millionen Euro, um die marode Infrastruktur endlich auf Vordermann zu bringen.
Zwischen dem 16. Juni und dem 14. November müssen täglich tausende Pendler Alternativrouten finden. Die Bahn richtet Ersatzverkehr mit Bussen ein, doch jeder Vielfahrer weiß: Das bedeutet längere Reisezeiten und volle Busse. «Wir sind uns der Belastung für die Reisenden absolut bewusst», erklärt Bahnvorstand Berthold Huber. «Aber nur so können wir die Infrastruktur nachhaltig verbessern.»
Besonders betroffen sind die Streckenabschnitte Köln-Düsseldorf-Wuppertal und Hagen-Wuppertal. Dort werden Gleise, Weichen und Oberleitungen erneuert. Als ich letzte Woche selbst auf der Strecke unterwegs war, konnte ich die Notwendigkeit mit eigenen Augen sehen: Rostende Metallteile, abgenutzte Schwellen und provisorisch geflickte Leitungen.
Ein Kollege von mir pendelt täglich von Wuppertal nach Köln. «Ich stelle mich schon mental auf chaotische Monate ein», seufzt er. Die Sperrung ist Teil des größeren «Hochleistungskorridors» der Bahn. Eine bittere Medizin für Pendler. Aber vielleicht ist die Hoffnung berechtigt, dass wir danach endlich wieder zuverlässig Bahn fahren können.