In den Morgennachrichten für Baden-Württemberg mischt sich heute viel Menschliches mit den harten Fakten. Da ist die Erleichterung über die Rückkehr eines geliebten Geschirrs und da ist die Bestürzung über die Leiterin einer Jugendhilfeeinrichtung, die nicht mehr arbeiten darf.
Nach Vorwürfen der Kindeswohlgefährdung hat das Landesjugendamt der Leiterin in Weikersheim ihre Tätigkeit untersagt. Vier Kinder waren bereits im April aus der Einrichtung genommen worden. „Das Verbot sei schriftlich eingegangen“, teilt die Betreiberin mit. Solche Meldungen lassen einen immer innehalten. Gleichzeitig kehrt mit „Hahn und Henne“ ein Stück Heimat zurück. Bürgermeister Günter Pfundstein erklärt, die Stadt habe damit „Verantwortung für ihr historisches Erbe übernommen“. Diese Gegenüberstellung von brüchigem Vertrauen und bewahrtem Kulturgut prägt den Tag.
Trotz eines tödlichen Unfalls bleibt ein Bahnübergang in Leingarten unbeschrankt. Schulleiter Andreas Heitlinger kritisiert das: „Ich bin der Meinung, dass es heutzutage nicht mehr ausreicht.“ Sein Zitat hallt nach, während der Untersuchungsbericht zum Zugunglück von Riedlingen endlich Klarheit bringen soll. Drei Menschen starben damals. Man wünscht sich mehr Konsequenz im einen Fall und ist dankbar für Aufklärung im anderen.
Es sind diese Widersprüche, die unseren Alltag hier im Südwesten ausmachen. Zwischen Tradition und Tragik, zwischen Stillstand und dem mühevollen Versuch, Dinge besser zu machen.