In München ist Wohnen ein Luxus. Beim Bäcker um die Ecke kosten die Brezen gleich viel wie anderswo, aber wenn man die Miete für die kleine Wohnung daneben zahlt, fühlt sich das oft wie ein zweiter, viel größerer Einkauf an. Die neuesten Zahlen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft bestätigen diesen Eindruck einmal mehr. München bleibt unangefochtener Spitzenreiter. Mit durchschnittlich 23,70 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter liegt die Stadt weit vor Frankfurt oder Hamburg.
„Ein hohes Preisniveau bedeutet also nicht automatisch, dass die Preise weiter kräftig steigen“, stellt das IfW fest. Das zeigt sich in Stuttgart, wo die Preise derzeit stagnieren. Umgekehrt bewegen sich Märkte wie Kiel oder Karlsruhe dynamisch. Die Kluft zwischen Alt- und Neubau ist gewaltig. Im Schnitt kosten neue Wohnungen 19 Euro, Bestandswohnungen nur 13,90 Euro. „Das aktuelle Mietpreisniveau zeigt weiterhin eine große Spanne“, so das Fazit der Forscher.
Diese Spanne ist mehr als eine Zahl. Sie erzählt von unterschiedlichen Lebensrealitäten, von Verdrängung und neuen Chancen in kleineren Städten. Während München seinen Titel verteidigt, entwickelt sich das Mietland Deutschland uneinheitlich weiter – eine Gemengelage aus Hoffnung und Resignation, die unser Zusammenleben fundamental prägt.