Die Berliner Polizei fahndet weiterhin mit Hochdruck nach einem jungen Mann. Sie verdächtigt ihn, am Samstagabend mit einem Auto mehrere Menschen auf dem Gelände des Berliner Christopher Street Days an- oder überfahren zu haben. Der CSD, das große Fest für Gleichberechtigung und Vielfalt, endete abrupt in einem Albtraum. Die Bilder vom Tatort im Tiergarten, nahe dem Potsdamer Platz, haben sich tief in das Gedächtnis der Stadt eingebrannt. Ein weißer Wagen, der über einen Fußweg raste, Menschen, die zu Boden gingen, und schließlich ein zerstörter Baum. Die Bilanz ist erschütternd: Eine 25-jährige Frau starb noch an der Unfallstelle. Die Berliner Feuerwehr zählte 16 Verletzte. Drei von ihnen schweben in Lebensgefahr, acht wurden schwer verletzt.
Die Fahndung konzentriert sich nun auf einen 21-Jährigen. Sein Foto wurde öffentlich verbreitet. Die Behörden warnen eindringlich vor dem jungen Mann. Sollten Sie den Tatverdächtigen antreffen, wählen Sie unverzüglich die 110! Sprechen Sie ihn nicht an, er ist möglicherweise bewaffnet und gefährlich!, heißt es in der Mitteilung. Der Mann wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet. Laut Polizeisprecher Florian Nath ist er polizeibekannt. Informationen der Deutschen Presse-Agentur zufolge wurde er erst im Mai aus dem Jugendarrest entlassen. Ob er tatsächlich am Steuer des Fahrzeugs saß, ist allerdings noch nicht abschließend geklärt. Das stark demolierte, leere Auto wurde im Bereich des Tatorts sichergestellt.
Die Ermittler prüfen ein besonders grausames Detail. Sie untersuchen, ob es nach der Fahrzeugfahrt eine «zweite Tatphase» gab. Dabei könnten Menschen mit einer Stichwange verletzt worden sein. Zeugen hatten von liegenden Personen mit entsprechenden Verletzungen berichtet. Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin ermittelt «aufgrund des Verdachts eines Anschlags». Dieser juristische Rahmen deutet darauf hin, dass die Ermittler von einem politisch oder weltanschaulich motivierten Hintergrund ausgehen.
| Details | Informationen |
|---|---|
| Alter des Tatverdächtigen | 21 Jahre |
| Anzahl der Verletzten | 16 |
| Anzahl der Toten | 1 |
| Verletzte in Lebensgefahr | 3 |
| Autoentfernung vom Tatort | Im Bereich des Tatorts |
Die Reaktionen aus der Politik waren deutlich. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sprach von einem «Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft». Der CSD ist für viele mehr als nur eine Party. Er ist ein Symbol für den langen Kampf der queeren Community um Akzeptanz und gegen Diskriminierung. Ein Angriff auf dieses Fest trifft daher viele Menschen in ihrer persönlichen Freiheit. In den sozialen Netzwerken und an improvisierten Gedenkorten in der Stadt machen sich Betroffenheit, Trauer und Wut breit. Viele fragen sich, wie ein solcher Vorfall mitten in Berlin passieren konnte.
- Hochdruckfahndung nach Verdächtigem
- Unfall am Christopher Street Day
- Eine Tote und 16 Verletzte
- Ermittlungen zur «zweiten Tatphase»
- Politische Reaktionen zum Vorfall
- Berliner Polizei bittet um Zeugenhinweise
Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Hunderte Beamte waren am Tatort im Einsatz. Die Kriminaltechniker haben umfangreich Spuren gesichert. Die genauen Abläufe und das Motiv des oder der Täter sollen nun rekonstruiert werden. Für die Angehörigen der Getöteten und die vielen Verletzten beginnt eine schwere Zeit. Die Stadtgemeinschaft steht unter Schock. In den kommenden Tagen werden sich viele Debatten entzünden – über Sicherheit bei Großveranstaltungen, über die Bedrohung durch extremistische Gewalt und über den Schutz unserer offenen Gesellschaft. Die Berliner Polizei bittet weiterhin um Zeugenhinweise. Jeder, der am Samstagabend im Bereich Tiergarten / Potsdamer Platz etwas Auffälliges beobachtet hat, soll sich melden.