In den frühen Nachtstunden am Samstag brach der friedliche Christopher Street Day (CSD) in Berlin mit einem Schock in Gewalt. Ein weißes Fahrzeug raste gegen 22 Uhr auf dem Ahornsteig im Großen Tiergarten in eine Menschenmenge. Eine Frau starb noch an der Unfallstelle, mindestens 16 weitere Personen wurden verletzt, drei von ihnen lebensgefährlich. Die Feier der Liebe und Vielfalt endete in einer Tragödie. Der Fahrer floh zu Fuß. Inzwischen fahndet die Polizei mit Hochdruck öffentlich nach einem 21-Jährigen. Die Generalstaatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt Berlin ermitteln wegen des Verdachts auf einen terroristischen Anschlag.
Die Polizei hat einen konkreten Verdächtigen identifiziert und veröffentlichte ein Foto. Gesucht wird der 21-jährige Abdul B. „Der Mann ist polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet“, sagte Polizeisprecher Florian Nath. Er warnte, der Mann könne möglicherweise bewaffnet und gefährlich sein. Der Vorfall ereignete sich auf der Strecke des CSD, kurz nachdem die große Hauptkundgebung mit Sarah Connor am Brandenburger Tor zu Ende gegangen war. Zehntausende feierten noch in der Umgebung. Der Fahrweg des Autos verlief parallel zur vielbefahrenen Lennéstraße auf einer für den motorisierten Verkehr eigentlich gesperrten Allee. Nach ersten Erkenntnisse fuhr der Wagen die Menschen an, möglicherweise fuhr er sie auch um, bevor er mit einem Baum kollidierte. Der Fahrer stieg aus und verschwand in der Dunkelheit des Tiergartens. Noch am Tatort bat die Polizei per Lautsprecherdurchsage alle Menschen, den Bereich weiträumig zu meiden.
Die Zahl der Verletzten wurde im Laufe der Nacht von zunächst 14 auf 16 korrigiert. Acht Menschen erlitten schwere, fünf weitere leichte Verletzungen. Die Verletzten wurden in verschiedene Berliner Krankenhäuser gebracht. Für die Angehörigen der Getöteten und die Verletzten ist dies eine schreckliche Nacht. Die Polizei richtete eine Hotline für Zeugen ein und durchkämmt mit einem Großaufgebot, unterstützt von Hubschraubern, den Tiergarten. Die Ermittler stehen vor vielen Fragen. Offen ist, ob der 21-Jährige allein handelte. Zeugen machten unterschiedliche Angaben, ob es einen oder mehrere Täter gab. Auch das genaue Motiv ist noch unklar. Die Tatsache, dass die Generalstaatsanwaltschaft von einem Anschlagsverdacht spricht, zeigt jedoch die Schwere der Lage.
Der CSD in Berlin ist eines der größten und sichtbarsten Feste für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen in Europa. In diesem Jahr stand er unter dem Motto „Wahlkreis Zukunft – Demokratie braucht Diversität“. Hunderttausende waren dem Aufruf gefolgt, um für eine offene und tolerante Gesellschaft zu demonstrieren. Der Angriff traf die Community und die gesamte Stadt in ihrem Kern. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) reagierte tief bestürzt. „Nach einem friedlichen und bunten CSD wurde die Versammlung für ein tolerantes und friedliches Berlin auf brutalste Art attackiert“, sagte er. Er sprach von einem „Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft“. Diese Worte treffen die Stimmung in der Hauptstadt. Die Bilder von der fröhlichen Parade und der anschließenden Gewalt liegen nun unerträglich nah beieinander.
Die Berliner Polizei steht nun unter enormem Druck, den Verdächtigen schnell zu finden und die genauen Umstände aufzuklären. Die Sicherheit bei Großveranstaltungen, ein immer wieder diskutiertes Thema in der Hauptstadt, wird erneut auf dem Prüfstand stehen. Für die queere Community ist dies ein traumatischer Einschnitt. Ein Tag, der dem Kampf gegen Diskriminierung und für Sichtbarkeit gewidmet war, endete in sinnloser Gewalt. Die Solidarität mit den Opfern und ihren Familien ist in dieser Nacht groß. Viele Berlinerinnen und Berliner fragen sich bestürzt, wie so etwas mitten in ihrer weltoffenen Stadt passieren konnte. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Die Suche nach Abdul B. ist in vollem Gange. Die Stadt Berlin wacht an diesem Sonntag mit einem schweren Gefühl der Trauer und der Fassungslosigkeit auf.
- Ein weißes Fahrzeug raste in eine Menschenmenge.
- Eine Frau starb am Unfallort.
- Mindestens 16 Personen wurden verletzt.
- Die Polizei fahndet nach einem 21-Jährigen.
- Der Vorfall ereignete sich nach der großen Hauptkundgebung.
- Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.
| Details | Zahlen |
|---|---|
| Verletzte Personen | 16 |
| Schwer verletzte Personen | 3 |
| Polizeibekannter Verdächtiger | Abdul B. |
| Anzahl der Zeugenberichte | Verschiedene |
| Motiv | Unklar |
| Fahrzeugtyp | Weißes Fahrzeug |