Ich öffne die schwere Holztür der St. Jacobi-Kirche in Hamburg, und ein Hauch von Jahrhunderten weht mir entgegen. Genau hier, wo heute Passanten eilen, hallte einst Musik, die jetzt fast vergessen ist. Das Europäische Hanse-Ensemble holt mit ihrer neuen CD „Musik aus dem alten Hamburg“ genau diesen Klang zurück ins Heute. Es ist mehr als eine Aufnahme; es ist eine akustische Zeitreise, die unsere eigene Kulturgeschichte lebendig werden lässt.
Da sind die Instrumente, die uns heute fremd sind: der krumme Zink, der weiche Dulcian. Manfred Cordes versammelt Musiker wie die Gambistin Hille Perl, die diese Sprache perfekt beherrschen. „Nur so kann diese Musik wirken“, betont Cordes. Ich erinnere mich, wie ich zum ersten Mal einen Zink live hörte – der Klang war so ungewohnt, fast gespenstisch und doch faszinierend. In Matthias Weckmanns „Es erhub sich ein Streit“ werden daraus klingende Schwerter, die eine biblische Schlacht erzählen. Die Sänger agieren ohne das übliche Vibrato, jede Silbe ist klar. Es fühlt sich an, als würde man einem alten, lebendigen Gemälde lauschen.
Spannend ist auch der Ort der Aufnahme: nicht Hamburg, sondern Göteborgs Neue Kirche. Dort steht eine Orgel, die perfekt zu dieser Musik passt. Dieses Album ist kein museales Archiv, sondern setzt Maßstäbe. Es zeigt, wie die großen Hamburger Komponisten des 17. Jahrhunderts – von Praetorius bis Schop – unsere musikalische DNA geprägt haben. Das ist kein altes Eisen, sondern ein kostbarer Schatz, den es neu zu entdecken gilt. Eine Würdigung, die direkt aus der Seele der alten Hansestadt zu kommen scheint.
- Hanse-Ensemble mit neuer CD
- Klang der Vergangenheit
- Fremde Instrumente entdecken
- Live-Auftritt des Zink
- Aufnahme in Göteborgs Neue Kirche
- Kostbarer musikalischer Schatz
| Komponist | Werk | Instrumente |
|---|---|---|
| Praetorius | Musik des 17. Jahrhunderts | Krumme Zink, Dulcian |
| Weckmann | „Es erhub sich ein Streit“ | Klangende Schwerter |
| Schop | Verschiedene Gesänge | Gamben, Orgel |