Das Licht geht aus, und für einen Moment ist nur das Summen der Kühlaggregate zu hören. Dann zerschneiden rote Laser die Dunkelheit über Tausenden von erhobenen Smartphones. Ich stehe im ausverkauften Waldstadion und spüre diese kollektive Gänsehaut – die Vorfreude auf ein Abschiedsspektakel.
The Weeknd, oder besser: Abel Tesfaye, betritt die Bühne als vermummte Silhouette, umgeben von Feuersäulen. Das Bühnenbild zeigt keine glänzende Zukunft, sondern verchromte Ruinen. „Es fühlt sich an wie das Ende einer Ära“, sagt eine junge Frau neben mir, während die zwölf Meter große Androidin ihre Laseraugen über die Menge schweifen lässt. Diese Roboter-Göttin, ein Werk des Künstlers Hajime Sorayama, wirkte nicht wie eine Dekoration, sondern wie das monumentale Denkmal seiner eigenen Bühnen-Persona. Tesfaye selbst sagte einmal in einem Interview: „Die Figur The Weeknd hat ihre Geschichte erzählt.“ Hier in Frankfurt inszenierte er ihren finalen Akt.
Nach zwanzig Minuten nimmt er die Maske ab. Plötzlich ist da kein unnahbarer Starboy mehr, sondern ein lächelnder Mann, der mit dem Publikum scherzt. „Frankfurt, ihr seid lauter als München!“, ruft er, und das Stadion tobt. Dieser Moment der Nähe kontrastiert so stark mit der dystopischen Kulisse. Meine Gedanken schweifen zu seinem Hit „Blinding Lights“ – ein Song über hektische Flucht, der während der Pandemie zur Hymne wurde. Jetzt, wo er ihn live spielt, wirkt er wie ein bittersüßer Rückblick auf eine verwirrende Zeit.
- Gemeinsame Vorfreude auf das Abschiedsspektakel
- Die dystopische Kulisse der Bühne
- Die beeindruckende Androidin von Hajime Sorayama
- Die Verwandlung von Starboy zu nahbarem Mann
- Der bittersüße Rückblick auf «Blinding Lights»
- Das Gefühl des bewussten Übergangs
Was bleibt, ist das Gefühl, Zeuge eines bewussten Übergangs geworden zu sein. Der Megastar verabschiedet sich von seiner Kunstfigur, mitten in einem Meer aus Handylichtern und Laserstrahlen. Es war weniger ein Konzert, mehr ein symbolträchtiges Ritual. Die Frage, was nach The Weeknd kommt, schwebt wie der Nebel über der Bühne. Aber eins ist sicher: Abel Tesfaye hat seinem Alter Ego ein Finale gegeben, das man so schnell nicht vergisst.
| Element | Details |
|---|---|
| Licht | Rotes Licht, Laserstrahlen |
| Location | Waldstadion, Frankfurt |
| Atmosphäre | Kollektive Gänsehaut |
| Hauptakteur | The Weeknd (Abel Tesfaye) |
| Besondere Features | Feuersäulen, Androidin |
| Emotionen | Vorfreude, bittersüßer Rückblick |