Die erste Woche im neuen Kita-Jahr hat begonnen, und in vielen Einrichtungen in Düsseldorf wird wieder gebastelt, gespielt und gelacht. Doch hinter den bunten Bildern an den Wänden steht für die Stadtverwaltung eine gewaltige Aufgabe: Sie muss nicht nur genügend Plätze für die Kleinsten schaffen, sondern auch die Qualität der Betreuung kontinuierlich weiterentwickeln. Mit dem Start des Kita-Jahres 2026/2027 zeichnet sich ein Bild voller Ambitionen, aber auch mit bekannten Herausforderungen – insbesondere bei der Versorgung der Unter-Dreijährigen.
Zum Stichtag stehen nach aktuellen Zahlen der Stadt rund 27.500 Betreuungsplätze für Kinder bis zum Schuleintritt bereit. „Die Landeshauptstadt Düsseldorf investiert weiterhin konsequent in die Qualität der Kinderbetreuung und zusätzliche Betreuungsplätze“, betont Stadtdirektor Burkhard Hintzsche. „Gute Bildung und Betreuung darf keine Frage des Geldes sein.“ Diese Aussage gewinnt vor dem Hintergrund der geplanten Beitragsreform besondere Bedeutung: Ab dem Kita-Jahr 2027/2028 sollen bis zu 35 Wochenstunden Betreuung vollständig beitragsfrei werden. Für das laufende Jahr jedoch bleiben die bisherigen Regelungen bestehen.
Der Blick auf die Versorgungsquoten zeigt ein gespaltenes Bild. Bei Kindern ab drei Jahren liegt die Quote bei über 100 Prozent. „Damit kann Familien in dieser Altersgruppe wohnortnah ein Kita-Platz angeboten werden“, erklärt die Stadtverwaltung. Ganz anders sieht es für die Jüngsten aus. Obwohl die Kapazitäten ausgebaut werden, wird für Kinder unter drei Jahren im neuen Kita-Jahr nur eine Versorgungsquote von etwa 58 Prozent erreicht. Das ist eine leichte Verbesserung von rund vier Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr, deckt den Bedarf aber bei Weitem nicht. Familien, die noch auf einen Platz warten, können sich im sogenannten Kita-Navigator registrieren und werden dort über ein transparentes Vergabeverfahren informiert.
| Projekt | Details |
|---|---|
| Neubau | Neun neue Einrichtungen oder Erweiterungen geplant |
| Betreuungsplätze | 416 neue Plätze, davon 151 für U3 |
| Ausbildung | Über 200 Menschen in Ausbildung zur pädagogischen Fachkraft |
| Bewegungsfest | Vom 13. bis 15. Oktober für 350 Kinder |
| Wasserspaß | Projekt für Vorschulkinder und Eltern im Oktober |
| Kita-Navigator | Digitale Plattform für die Suche nach Tagespflege |
Um dem Platzmangel langfristig zu begegnen, setzt die Stadt auch in diesem Jahr auf Neubau. Neun neue Einrichtungen oder Erweiterungen sind geplant, unter anderem an der Löbbeckestraße in Oberbilk, in den Deiker Höfen in Rath oder am Akazienweg in Lörick. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Ausbildung des Personals. In den städtischen Kitas absolvieren im kommenden Jahr mehr als 200 Menschen eine Ausbildung zur pädagogischen Fachkraft. Zur besseren Begleitung finanziert die Stadt sechs zusätzliche Vollzeitstellen für die Ausbildungskoordination.
Neben dem quantitativen Ausbau treibt Düsseldorf auch inhaltliche Projekte voran. Ein Schwerpunkt liegt auf der Medienbildung. Aus dem Modellprojekt „Medita Düsseldorf“ hat sich ein trägerübergreifendes Netzwerk entwickelt, das Kitas dabei unterstützt, Medien systematisch in den Alltag zu integrieren. „Auch digitale Medien gehören mehr und mehr zur Lebenswelt unserer Kinder“, sagt Stephan Glaremin, Leiter des Amtes für Soziales und Jugend. „Deshalb ist es unsere Aufgabe, sie frühzeitig auf einen kreativen, selbstbestimmten, aber auch kritischen Umgang damit vorzubereiten.“
- Bewegung und Musik stehen ebenfalls hoch im Kurs
- 26 anerkannten Bewegungskitas
- Großes Bewegungsfest für rund 350 Kinder
- Förderung durch die Clara-Schumann-Musikschule
- Wassergewöhnungsprojekt „Wasserspaß in der Kita“
- Digitale Plattform zur Stärkung der Tagespflege
Trotz aller positiven Entwicklungen bleibt die Situation für viele Familien angespannt. Die Wartezeiten für einen U3-Platz sind nach wie vor lang, und die vollständige Beitragsfreiheit lässt noch bis 2027 auf sich warten. Die Investitionen in neue Häuser und innovative Konzepte zeigen jedoch, dass die Stadt die Weichen für die Zukunft stellen will. Ob es gelingt, den Spagat zwischen Quantität und Qualität zu meistern, wird sich in den kommenden Jahren vor allem in den Stadtteilen mit hohem Nachfragedruck zeigen. Bis dahin bleibt für viele Eltern der Kita-Navigator der wichtigste Anlaufpunkt – und die Hoffnung, dass das nächste Bastelbild bald in einer eigenen Kita-Gruppe entstehen kann.