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Nachrichten Lokal > Nachrichten > Köln > Ellyes Skhiri kehrt zum 1. FC Köln zurück: Was das für das Team bedeutet
Köln

Ellyes Skhiri kehrt zum 1. FC Köln zurück: Was das für das Team bedeutet

Julia Becker
Zuletzt aktualisiert: August 26, 2026 3:02 a.m.
Julia Becker
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Am Montag beginnt für den 1. FC Köln die heiße Phase. Beim Auswärtsspiel in Würzburg zum DFB-Pokalauftakt steht nicht nur das erste Pflichtspiel der Saison auf dem Programm. Es ist auch die erste Bewährungsprobe für eine entscheidende Rückholaktion des Vereins: die Rückkehr von Ellyes Skhiri. Der 29-jährige tunesische Nationalspieler kehrt nach zwei Jahren bei Eintracht Frankfurt in seine alte Heimat am Rhein zurück und soll der jungen Mannschaft Stabilität und Führung geben. Eine Transferentscheidung, die in der Stadt und unter den Fans intensiv diskutiert wird.

Die offizielle Bestätigung des Transfers von Sechser Skhiri und Stürmer Thijs Dallinga ging in einer ereignisreichen Woche fast unter. Der Fokus lag zunächst auf der spektakulären Vertragsverlängerung des Jungstars Said El Mala bis 2031. Doch sportlich gesehen stopft vor allem Skhiris Rückkehr eine tiefe Lücke im defensiven Mittelfeld des FC. Nach der enttäuschenden letzten Bundesliga-Saison, die nur knapp mit dem Klassenerhalt endete, suchte die Vereinsführung gezielt nach Erfahrung und mentaler Stärke.

„Es ist ein bisschen eine Wundertüte, ob er nochmal die Form hat, die ihn einst in Köln ausgezeichnet hat“, sagt Christian Löer, Sportchef des Kölner Stadt-Anzeigers, mit einer gewissen Skepsis. Diese Skepsis ist in der Domstadt durchaus verbreitet. Skhiris zwei Jahre bei Eintracht Frankfurt waren von Verletzungen und wechselnder Leistung geprägt. Auch seine Zeit bei der tunesischen Nationalmannschaft, insbesondere die katastrophale Weltmeisterschaft 2022, hinterließen keinen bleibenden positiven Eindruck. Die Frage, die sich viele stellen: Bekommt Köln den dominanten Sechser zurück, der zwischen 2019 und 2023 zur Stammkraft und Identifikationsfigur wurde? Oder einen Spieler, der sein bestes Fußball-Alter bereits hinter sich gelassen hat?

Die FC-Verantwortlichen setzen eindeutig auf Ersteres. Hinter dem Transfer steckt mehr als nur fußballerische Klasse. Es geht um Haltung, um Mentalität, um die vielzitierte „Mia-san-mia“-Einstellung, die in der vergangenen Saison oft vermisst wurde. Lars Werner, FC-Reporter des Express, berichtet aus dem Trainingslager in Kitzbühel von Gesprächen mit langjährigen Vereinsmitarbeitern: „Wenn man ihn damals aus nächster Nähe erlebt hat, dann weiß man, was das für ein Spieler war, was seine Führungsqualität anging, und was dem FC da verloren gegangen ist.“ Skhiri wird nicht nur als Balleroberer, sondern vor allem als Führungspersönlichkeit in der Kabine und auf dem Platz gesehen. In einer Mannschaft, die mit jungen Talenten wie El Mala, Justin Diehl oder Faride Alidou gespickt ist, soll der erfahrene Tunesier als Leithammel und Ruhepol dienen.

Fakt Details
Alter 29 Jahre
Frühere Vereine Eintracht Frankfurt
Vertragslaufzeit Bis 2031
Rolle Länger, Führungspersönlichkeit
Bevorzugte Position Defensives Mittelfeld
Erwartungen Stabilität und Erfahrung

Christian Löer sieht in der Verpflichtung auch eine Art Sehnsuchts-Transfer. „Hinter dem Transfer steckt die Sehnsucht nach einer Stabilität, die Skhiri in seiner ersten FC-Zeit gemeinsam mit Jonas Hector verkörperte.” Hector, der Kapitän und Mr. FC Köln, beendete im Sommer seine Karriere. Mit ihm verließ nicht nur ein herausragender Linksverteidiger, sondern auch die letzte konstant präsente Identifikationsfigur einer erfolgreichen Ära unter Trainer Steffen Baumgart den Verein. Skhiri soll nun einen Teil dieser Lücke füllen. Er kennt den Verein, die Stadt, die speziellen Anforderungen und den enormen Druck, der in Köln auf den Schultern der Spieler lastet. Das gibt ihm einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Neuzugängen.

Die Freude über die Rückkehr ist zumindest in einem Teil der Mannschaft groß. „Ich glaube, Linton Maina hat fast vor Glück geweint, dass Ellyes wieder da ist”, scherzt Lars Werner. Maina spielte bereits mit Skhiri zusammen und schätzt dessen Qualitäten. Diese emotionale Komponente ist nicht zu unterschätzen. In Köln, wo die Beziehung zwischen Verein, Team und Fans besonders eng und emotional ist, kann ein Spieler, der sich bereits verbunden fühlt, schneller wirken.

Interessant ist dabei, wen der FC neben Skhiri noch auf dem Zettel hatte. Wie Werner berichtet, gab es auch Gespräche mit Salih Özcan, einem weiteren ehemaligen FC-Profi, der bei Borussia Dortmund nicht mehr die gewünschte Rolle fand. Am Ende fiel die Entscheidung aber klar für Skhiri. „Weil man auch vielleicht der Auffassung war, dass [Özcan] so ein bisschen zu wenig die spielerische Komponente mitbringt”, so Werner. Löer ergänzt: „Aber ich glaube, als Instanz – vielleicht ist es auch nur meine Fantasie – ist Skhiri eher der Spieler, den Köln jetzt braucht.” Man suchte also nicht nur den Tackling-starken Kämpfer, sondern den Spielmacher aus der defensiven Position heraus, der den ersten Pass nach vorne spielt und das Spiel organisiert – eine Rolle, die Skhiri in seiner starken Zeit meisterhaft ausfüllte.

Die Herausforderung für Trainer René Wagner ist nun, Skhiri schnellstmöglich in sein System zu integrieren und ihm das Selbstvertrauen zurückzugeben, das in Frankfurt möglicherweise gelitten hat. Das Pokalspiel in Würzburg ist dabei der erste wichtige Test. Spielt Skhiri von Beginn an? Zeigt er bereits Ansätze seiner alten Stärke? Die Begegnung gegen den Drittligisten ist perfekt, um in einem wettbewerbsrelevanten, aber nicht übermäßig druckseligen Umfeld zusammenzufinden.

Für die Fans ist die Rückkehr eine emotionale Angelegenheit. Skhiri war in seiner ersten Zeit äußerst beliebt. Seine kompromisslose Art zu spielen und seine sichtbare Leidenschaft passten perfekt zum Selbstverständnis der FC-Anhänger. Jetzt erwarten sie, dass er genau diese Werte wieder in die Mannschaft trägt. Der Druck auf ihn ist hoch, aber anders als bei einem völlig neuen Spieler basiert er auf positiven Erinnerungen und der Hoffnung auf eine Wiederbelebung alter Stärken.

Letztlich ist die Verpflichtung Skhiris ein typisch kölscher Transfer: emotional, mit einer klaren Geschichte und einem Wagnis verbunden. Es ist kein junger, aufstrebender Stern, den man entwickelt, sondern der Versuch, bewährte Größe und Identifikation zurück in den Geißbockheim zu holen. Ob es die richtige Entscheidung war, wird sich auf dem Rasen zeigen. Beginnen wird diese Bewährungsprobe am Montagabend in Würzburg. Für Ellyes Skhiri und den 1. FC Köln geht es dann um alles – und um den Traum von einem guten Saisonstart und vielleicht sogar einer Pokalüberraschung. Die Stadt wird genau hinschauen.

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Julia ist eine engagierte Reporterin für den Süden Deutschlands mit Schwerpunkt auf München und Stuttgart. Sie schreibt über lokale Kulturveranstaltungen, das wirtschaftliche Stadtleben und Geschichten von Menschen, die ihre Region prägen. Ihre Beiträge zeichnen sich durch Nähe, Empathie und starke persönliche Perspektiven aus.
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