Frankfurter Kita Kleyerstraße unter den Top 8 für den Deutschen Kitapreis 2026
Mitten in Frankfurt, mitten im lebendigen Stadtteil Gallus, feiert eine Kita einen großen Erfolg. Die städtische Kita Kleyerstraße hat es als einzige hessische Einrichtung unter die acht Finalisten für den Deutschen Kitapreis 2026 geschafft. Die Freude im Team und bei den Familien ist riesig, denn der Wettbewerb ist hart. Über 600 Kitas aus der gesamten Bundesrepublik hatten sich beworben.
„Wir suchen nach einer Kita, die sich ständig weiterentwickeln möchte“, erklärt Elena Rehm, Jurorin des Deutschen Kitapreises, das zentrale Auswahlkriterium. Genau das hat die Kita Kleyerstraße überzeugt. Die Preisverleihung findet im November statt, und der Sieger erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro. Für die Frankfurter Einrichtung ist die Nominierung aber schon jetzt ein großer Gewinn – eine Anerkennung für ihre besondere pädagogische Arbeit, die weit über die Kita-Mauern hinausstrahlt.
Kinderrechte und Teilhabe werden hier großgeschrieben
Was zeichnet diese Kita aus? Der Blick fällt schnell auf die zentrale Philosophie: Kinderrechte und Partizipation sind keine leeren Begriffe, sondern gelebter Alltag. „Wir zwingen hier niemanden zu etwas“, betont Kita-Leiterin Yvonne Sidjabat entschieden. Das gelte sogar für praktische Dinge wie das Tragen von Matschhosen. Viel wichtiger ist dem Team, dass die Kinder eigene Entscheidungen treffen können.
Ob es um die Planung von Ausflügen geht, um Wünsche für das Mittagessen oder um neue Spielsachen – die rund 70 Kinder der Einrichtung haben ein echtes Mitspracherecht. Im Flur steht eine bunte Wunschbox, in die die Kleinen ihre Ideen und auch Beschwerden einwerfen können. Einmal im Monat versammeln sich alle zu einer großen Kinderkonferenz. Mit Hilfe einer speziellen „Demokratiesäule“ stimmen sie dann über wichtige Themen ab. So lernen die Drei- bis Sechsjährigen spielerisch, was es heißt, gehört zu werden und gemeinsam Lösungen zu finden.
Verwurzelt im Gallus: Kita als Teil des Stadtteils
Der zweite Schwerpunkt, der die Jury beeindruckte, ist die enge Verbindung zum Sozialraum. Die Kita Kleyerstraße versteht sich nicht als abgeschlossene Insel, sondern als aktiver Teil des Gallusviertels. „Wir haben Kinder aus vielen verschiedenen Gesellschaftsschichten“, erzählt Sidjabat. Um den Kindern ihren Stadtteil näherzubringen, geht das Team regelmäßig mit ihnen auf Erkundungstour. Einmal pro Woche wird die Umgebung erkundet: der nahegelegene Park, die Bibliothek, kleine Läden oder Handwerksbetriebe.
Diese Öffnung nach außen ist ein entscheidender Baustein. Die Kinder erleben so, wo sie leben, und bauen eine Beziehung zu ihrem direkten Umfeld auf. Über der Wunschbox hängt eine große, selbst gestaltete Karte des „Sozialraums“, die diese Verbindung sichtbar macht. Dieser Ansatz ist in einer vielfältigen und dynamischen Stadt wie Frankfurt von unschätzbarem Wert. Er fördert das Zugehörigkeitsgefühl und hilft den Kindern, sich in ihrer Welt zu orientieren.
Eine Auszeichnung für das gesamte Frankfurter Kita-System
Die Nominierung der Kita Kleyerstraße ist nicht nur ein Erfolg für ein einzelnes Haus. Sie wirft ein positives Licht auf die Frankfurter Kita-Landschaft insgesamt. In einer Stadt, die stetig wächst und deren Bevölkerung bunter wird, stehen die Kitas vor großen Herausforderungen. Sie müssen Integration leisten, Sprachförderung anbieten und für alle Familien ein verlässlicher Partner sein.
Die Arbeit in der Kleyerstraße zeigt, wie das gelingen kann: durch einen respektvollen Umgang, durch die Stärkung der Kinder und durch die bewusste Einbindung des Stadtteils. Das ist gelebte Inklusion und modernste Pädagogik. Für viele Eltern in Frankfurt ist eine gute Kita-Betreuung die entscheidende Voraussetzung, um Beruf und Familie vereinbaren zu können. Qualität in der frühkindlichen Bildung ist daher ein zentrales Thema für die Lebensqualität in der Stadt.
Die Entscheidung der Deutschen Kitapreis-Jury ist somit auch ein Signal an die Frankfurter Politik. Sie bestätigt, dass Investitionen in die frühe Bildung und in die Weiterbildung der Erzieherinnen und Erzieher unerlässlich sind. Der Rückenwind durch die Nominierung kann helfen, die Bedeutung dieser Arbeit noch stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.
Was die Auszeichnung für die Zukunft bedeutet
Ob die Kita Kleyerstraße im November den ersten Platz belegt, ist nun fast zweitrangig. Allein die Teilnahme am Finale und der damit verbundene Austausch mit anderen herausragenden Einrichtungen ist ein großer Gewinn. Das Preisgeld von 25.000 Euro würde sicherlich in weitere Projekte und Materialien fließen, von denen die Kinder direkt profitieren.
Für die Familien im Gallus und für die Stadt Frankfurt ist diese Kita jetzt schon ein Gewinn. Sie steht beispielhaft für eine Haltung, die Kinder ernst nimmt und sie fit für das Leben in einer komplexen Gesellschaft macht. Die Nominierung zum Deutschen Kitapreis ist die wohlverdiente Würdigung für ein Team, das jeden Tag mit viel Engagement und Herzblut zeigt, wie gute Bildung von Anfang an aussieht. Die Kita Kleyerstraße macht Frankfurt stolz – und setzt Maßstäbe, von denen andere lernen können.
Besondere Merkmale der Kita Kleyerstraße
- Engagiertes Team
- Hohe Partizipation der Kinder
- Vielfältige Ausflüge
- Starker Bezug zum Stadtteil
- Respektvolle Erziehung
- Integration von verschiedenen Kulturen
Tabelle der Unterstützungsmöglichkeiten
| Bereich | Unterstützung | Beschreibung |
|---|---|---|
| Integration | Kulturelle Programme | Förderung von Sprachkompetenzen und kulturellem Austausch |
| Partizipation | Wunschbox | Möglichkeit für Kinder, Ideen und Beschwerden einzubringen |
| Erkundung | Wöchentliche Ausflüge | Erkundung des Stadtteils und seiner Angebote |
| Pädagogik | Demokratiesäule | Förderung der Mitbestimmung in wichtigen Themen |
| Ressourcen | Projektangebote | Einbindung von Projekten für die Bildung der Kinder |
| Stärkung | Elternarbeit | Engagement der Eltern als unterstützender Faktor |