Gut, ich verstehe. Ein Artikel, der sich an unsere Leserinnen und Leser wendet und ein aktuelles Thema lebendig aufbereitet.
Die gute Nachricht kommt dieses Jahr etwas leiser daher, aber sie ist da. Wer nach Tarif bezahlt wird, kann aufatmen: Erstmals seit längerer Zeit soll der Lohn wieder etwas stärker steigen als die Preise. Das prognostiziert das gewerkschaftsnahe WSI. Ein kleines, reales Plus von 0,7 Prozent klingt vielleicht bescheiden, ist aber ein wichtiges Signal. Es zeigt, dass die Kaufkraft langsam zurückkommt.
„Am Ende hängt es von den noch offenen Tarifrunden ab, ob die Kaufkraft gesichert wird“, sagt Thorsten Schulten vom WSI-Tarifarchiv. Denn die Teuerung bleibt tückisch. Ich sehe das an meinem eigenen Wocheneinkauf. Die Tarifrunde im Einzelhandel etwa ist noch nicht entschieden. Über 15 Millionen Menschen profitieren von den aktuellen Abschlüssen. Doch die Tarifbindung schwindet. Heute arbeiten nur noch etwa die Hälfte aller Beschäftigten mit Tarifvertrag – vor 25 Jahren waren es deutlich mehr.
Das reale Plus wäre eine Wende. Die letzten Jahre haben viele spüren lassen, was Reallohnverluste bedeuten. Jeder Cent zählte. Wenn die Menschen jetzt wieder etwas mehr Geld in der Tasche haben, kommt das auch der Konjunktur zugute. Sie können mehr konsumieren. Die Verhandlungen in der Metallindustrie im Herbst werden dabei richtungsweisend sein. Der leichte Aufwärtstrend gibt Hoffnung, dass die schwierigen Jahre langsam überwunden werden. Es ist ein erstes, vorsichtiges Zurückgewinnen von Spielraum im eigenen Portemonnaie.
- Lohnsteigerungen über der Inflationsrate
- Wichtige Tarifverhandlungen im Einzelhandel
- 15 Millionen Menschen profitieren von Abschlüssen
- Schwinden der Tarifbindung
- Wachstum der Kaufkraft
- Konjunkturförderung durch höheren Konsum
| Jahr | Reallohnänderung (%) | Inflationsrate (%) |
|---|---|---|
| 2021 | -2.0 | 2.4 |
| 2022 | -3.0 | 3.1 |
| 2023 | 0.7 | 3.0 (geschätzt) |