Der Countdown läuft. Am Donnerstag verwandelt sich die Hamburger Trabrennbahn in Bahrenfeld für einen Abend in den Mittelpunkt der deutschen Musiklandschaft. Mit der Abschiedstour „Trink aus! Wir müssen gehen“ kommen Die Toten Hosen, eine Institution des deutschsprachigen Punkrock, nach Hamburg. Für die rund 35.000 erwarteten Fans aus der Stadt und der ganzen Metropolregion bedeutet das nicht nur ein Wiedersehen mit den Klassikern aus über vier Jahrzehnten, sondern auch eine logistische Herausforderung. Denn wo sonst Pferde um die Kurven jagen, müssen sich an diesem Donnerstag Zehntausende Menschen sicher und möglichst stressfrei bewegen – bei einer Großveranstaltung, die in eine sensible Phase des Hamburger Verkehrsnetzes fällt.
Die Vorfreude in der Stadt ist spürbar, doch die Planung ist entscheidend. Dieses Konzert trifft auf eine Infrastruktur im Ausnahmezustand. Die seit Langem laufenden, notwendigen Bauarbeiten an der maroden Sternbrücke und die zeitgleiche Sperrung der S-Bahn-Station Holstenstraße bis zum 30. August stellen die Verkehrsbetriebe vor eine Zerreißprobe. Für die Besucher heißt das konkret:
- Wer nicht frühzeitig plant, riskiert Einlassverzögerungen
- Zusätzliche Shuttle-Busse sind verfügbar, aber kapazitätsbegrenzt
- Nach Konzertende könnte der Rückweg zur Geduldsprobe werden
- Erlaubt sind nur kleine Taschen bis DIN A4-Größe
- Größere Gegenstände bleiben draußen
- Vor Ort gibt es gastronomische Stände und Trinkwasserstellen
Die Anreise mit dem eigenen Pkw raten Polizei und Veranstalter ausdrücklich ab. Das Gebiet rund um die Trabrennbahn wird für den allgemeinen Durchgangsverkehr weiträumig gesperrt. Die wenigen gebührenpflichtigen Parkmöglichkeiten an der Barclays Arena oder am Volksparkstadion sind schnell belegt und liegen zudem etwa 25 Gehminuten vom Veranstaltungsort entfernt. Eine oft übersehene, aber für Hamburg typische und empfohlene Alternative ist das Fahrrad. Für Zweiräder werden auf dem Gelände ausgewiesene Stellplatz-Zonen eingerichtet.
Kulturstaatsrat Carsten Brosda betont die Bedeutung solcher Großevents für das städtische Leben: „Konzerte wie dieses sind lebendige Kultur, sie bringen Menschen zusammen und beleben ganze Stadtteile. Unser Ziel ist es, diese Events so sicher und angenehm wie möglich zu gestalten, auch wenn die aktuellen Baustellen die Planung für alle Beteiligten – Verkehrsbetriebe, Veranstalter und Fans – enorm erschweren.” Aus Sicht der Stadt sei die enge Abstimmung zwischen allen Behörden in den letzten Wochen intensiv gelaufen, um Engpässe zu minimieren.
Für die Fans beginnt der Event um 15 Uhr mit dem Einlass. Das musikalische Programm startet pünktlich um 17:10 Uhr mit den beiden international gefeierten Vorbands: Den britischen Punk-Pionieren The Stranglers und der energiegeladenen Folk-Punk-Kapelle Gogol Bordello aus den USA. Die Düsseldorfer Hauptakteure werden frühestens gegen 20 Uhr die Bühne betreten und dann mit einer etwa zweieinhalbstündigen Show ihr Hamburger Publikum verabschieden. Die Setlist bleibt bis zum Auftritt geheim, verspricht aber einen Querschnitt durch die gesamte Bandgeschichte sowie Titel des aktuellen und angeblich letzten Albums „Trink aus!„
Dieser Abend markiert mehr als nur ein Konzert. Er ist ein Stück gelebte Stadtkultur und ein Test für die Hamburger Veranstaltungslogistik unter erschwerten Bedingungen. Für die Anwohner in Bahrenfeld und den umliegenden Vierteln bedeutet der Ansturm zwar vorübergehende Lärmbelastung und Verkehrsbeeinträchtigungen, doch viele Lokale und Geschäfte profitieren auch vom Publikumsstrom. Die örtliche Bürgervereinigung zeigt sich nach Gesprächen mit der Stadtverwaltung weitgehend zufrieden mit den getroffenen Anwohnerinformationen und Verkehrslenkungsmaßnahmen.
Mein Rat als jemand, der viele Großevents in Hamburg begleitet hat: Planen Sie Ihre An- und Abreise heute, nicht erst morgen. Checken Sie die aktuellen Fahrplanänderungen der HVV-App, denken Sie an Bahn-Alternativen wie die U-Bahn zur Station „Meiendorfer Weg“ und einen längeren Fußmarsch, oder schließen Sie sich Fahrgemeinschaften an. Nehmen Sie nur das Nötigste mit. Und vor allem: Bringen Sie Geduld mit. Denn am Ende wird es dieser Abend auf der Trabrennbahn wert sein – ein lauter, emotionaler und gemeinschaftlicher Abschiedsgruß an eine Band, die die deutsche Musiklandschaft über Generationen geprägt hat. Die Stadt zeigt an solchen Tagen, ob sie trotz aller Baustellen und Engpässe ihre Besucher willkommen heißen kann. Die Herausforderung ist groß, die Stimmung wird es sicher auch.
| Uhrzeit | Programm |
|---|---|
| 15:00 | Einlass |
| 17:10 | Vorband: The Stranglers |
| 17:10 | Vorband: Gogol Bordello |
| 20:00 | Die Toten Hosen treten auf |
| 22:30 | Konzertende |