Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt rückt näher. Mit ihr wächst die Diskussion darüber, was eine mögliche AfD-Regierung für das gesellschaftliche Miteinander bedeuten würde. Besonders für die großen Kirchen zeichnet sich ein schwieriger Weg ab.
Die Würzburger Theologin Hildegund Keul bringt es auf den Punkt: „Wenn man Fördergelder erhalten wollte, so müsste man sich der rechtsextremen Agenda unterwerfen.” Das hieße konkret: Schweigen zu Klimawandel, Genderfragen oder Migration. Ich sehe hier eine gefährliche Zange. Einerseits finanzieller Druck, andererseits eine aggressive Rhetorik, die Kirchen als „vom Teufel gesteuert“ darstellt. Das erzeugt einen Homogenisierungsdruck, der im Kern demokratiefeindlich ist. Keul warnt: „Dies ist kirchlich und gesellschaftlich gefährlich.”
Mir kommt eine Beobachtung aus einer Kita-Trägerschaft in den Sinn. Schon die Sorge vor möglichen Kürzungen führt zu vorsichtigeren Projektanträgen. Das wäre dann System. „Bildungsinstitutionen, Gemeinden, Caritas und Diakonie müssten sich selbst entkernen,” so Keul. Dabei stellt die AfD sich selbst als „einzige Verteidigerin des Christentums“ dar – eine perfide Behauptung, wie Keul anmerkt, angesichts einer Politik, die Gewaltbereitschaft schürt.
Hier zeigt sich ein klassisches Spiel autoritärer Strömungen: Spalten, stigmatisieren und dann die eigene Macht als einzige Rettung anbieten. Für die Kirchen stellt sich die existenzielle Frage, ob sie ihren Kernauftrag verhandelbar machen. Die Wahl wird auch eine Richtungsentscheidung darüber sein, welches Gesellschaftsbild wir in Zukunft aushalten – und verteidigen – wollen.
- Finanzieller Druck auf Institutionen
- Aggressive Rhetorik von rechtsextremen Gruppen
- Homogenisierungsdruck auf die Gesellschaft
- Gefahr der Selbstentkernung von Bildungsinstitutionen
- Politik, die Gewaltbereitschaft schürt
- Existenzielle Fragen für die Kirchen
| Thema | Bedeutung |
|---|---|
| Finanzieller Druck | Beeinflusst Entscheidungen von Institutionen |
| Aggressive Rhetorik | Schürt Angst und Misstrauen in der Gesellschaft |
| Homogenisierungsdruck | Reduzierung der Vielfalt in Meinungen |
| Selbstentkernung | Schwächung von kirchlichen und sozialen Institutionen |
| Politik und Gewalt | Erhöht gesellschaftliche Spannungen |
| Kirchliche Fragen | Stellt den Kernauftrag der Kirchen in Frage |